Pushpak Mahabharata Buch 1Zurück WeiterNews

Parva Sangraha Parva - Inhaltsübersicht

Kapitel 2

Die Geschichte von Samantapanchaka und von Rama mit der Axt

Die Rishis sagten:
Wir wünschen, oh Sohn eines Suta, alles über den Ort zu erfahren, welcher Samantapanchaka genannt wird.

Sauti antwortete:
Hört, ihr Brahmanen, die heiligen Worte, die ich spreche. Ihr Besten aller Menschen seid würdig, sie zu vernehmen. Am Ende des silbernen Treta und am Beginn des bronzenen Dwapara Yuga zerstörte dieser Größte unter den Waffenträgern, Parasurama (auch Rama, Sohn des Jamadagni) aus Unduldsamkeit gegenüber Ungerechtem immer wieder alle edlen Geschlechter der Kshatriyas auf der Welt. Dieser schreckliche Rama schuf mit seiner Heldenkraft nach der Auslöschung der Kshatriya Stämme aus ihrem Blut bei Samantapanchaka fünf Seen. Wir haben gehört, daß er unsinnig vor Zorn inmitten der tiefroten Wasser dieser Seen stand und seinen Ahnen Blut opferte. Es erschienen daraufhin Richika und viele andere seiner Vorfahren und sprachen: „Oh Rama, gesegneter Rama, Sohn des Bhrigu, wir sind mit der Verehrung, die du deinen Ahnen gezeigt hast, und deinem Heldenmut zufrieden, oh du Mächtiger. Gesegnet seist du. Oh du Ruhmreicher, bitte um den Segen, den du wünschst.“ Rama antwortete: „Wenn ihr Väter mir wohlgeneigt seid, dann bitte ich um den Segen, von der Sünde befreit zu werden, die Kshatriyas im Zorn getötet zu haben. Und mögen die Seen, die ich angelegt habe, als heilige Pilgerorte in der Welt berühmt werden.“ Die Ahnen entgegneten: „So soll es sein. Sei besänftigt!“ Und Rama war besänftigt.

Die Gegend nahe dieser fünf Seen mit dem blutigen Wasser ist seither als heiliges Samantapanchaka bekannt. Die weisen Männer haben erklärt, daß jedes Land mit einem Namen benannt werden soll, der die Umstände aufzeigt, welche dieses Land bekannt gemacht haben. Am Ende des bronzenen Dwapara und am Anfang des eisernen Kali Yugas fand die große Schlacht zwischen den Armeen der Kauravas und Pandavas bei Samantapanchaka (auf Kurukshetra) statt. In dieser heiligen und ebenen Gegend waren achtzehn Akshauhinis an Soldaten versammelt, welche nach Schlacht dürsteten. Und, ihr Brahmanen, sie wurden alle an diesem Ort getötet. So erklärt sich der Name. Ich habe euch nun dieses geheiligte und entzückende Land beschrieben. Ich habe euch alles über den Ort gesagt, ihr Brahmanen, diesen in allen drei Welten berühmten Ort.

Erklärung der Akshauhini Einheit für eine Armee

Da fragten die Rishis:
Wir möchten gern erfahren, oh Suta Sohn, was verstehst du unter dem Begriff Akshauhini, den du erwähnt hast? Erkläre uns genau die Zahl der Pferde und Fußsoldaten, Streitwagen und Elefanten, aus denen sich ein Akshauhini zusammensetzt, denn du bist darin gelehrt.

Und Sauti antwortete:
Ein Wagen, ein Elefant, fünf Fußsoldaten und drei Berittene bilden ein Patti. Drei Pattis bilden ein Senamukha, und drei Senamukhas ein Gulma. Drei Gulmas bilden ein Gana, drei Ganas ein Vahini, und drei Vahinis zusammen ein Pritana. Drei Pritanas sind ein Chamu, drei Chamus ein Anikini, und zehn Anikinis sind das, was die Gebildeten ein Akshauhini nennen. Oh ihr Besten der Brahmanen, die Mathematiker haben errechnet, daß in einem Akshauhini 21.870 Streitwagen sind und dieselbe Anzahl Elefanten. Die Zahl der Fußsoldaten, ihr Reinen, ist 109.350. Und die Zahl der Pferde ist 65.610. So habe ich euch, ihr Brahmanen, ein Akshauhini genau erklärt, wie es von denen gesagt wird, die sich mit Zahlen auskennen. Auf diesem Prinzip waren die achtzehn Akshauhinis der Kaurava und Pandava Armeen aufgebaut. Die Zeit mit ihren wunderbaren Taten versammelte sie alle an diesem Ort. Sie ließ die Kauravas die Ursache sein und zerstörte sie alle. Bhishma mit den auserlesenen Waffen focht für zehn Tage. Drona beschützte die Kaurava Armee für fünf Tage. Der Feindevernichter Karna, kämpfte für zwei Tage und Shalya einen halben Tag. Am nächsten halben Tag fand der Keulenkampf zwischen Duryodhana und Bhima statt. In der darauffolgenden Nacht vernichteten Aswatthaman, Kritavarman und Kripa die Armee von Yudhishthira, als seine Krieger von der Gefahr nichtsahnend schliefen.

Oh Saunaka, diese vorzüglichste Geschichte, genannt Bharata, welche ich bei eurem Opfer hier gerade zu erzählen begonnen habe, wurde vorher beim großen Opfer des Janamejaya von einen klugen Schüler des Vyasa erzählt. In ihr werden ausführlich der Heldenmut und der Ruhm von Königen beschrieben. Es gibt drei Parvas (Kapitel) am Anfang mit Namen Paushya, Pauloma und Astika, welche viele wunderbare Gleichnisse, Beschreibungen und tiefen Sinn enthalten. Auch enthält es viele Sitten und Riten. Es wird von den Weisen angenommen, wie die Entsagung von denen angenommen wird, die letztendliche Erlösung wünschen. Wie das Selbst unter allen Erkenntnissen und das Leben unter allem Wertvollen, so ist diese Geschichte, welche die Mittel bereitstellt, das Brahma zu erkennen, die Erste unter allen heiligen Geschichten. Es gibt derzeit kaum eine Geschichte in der Welt, welche sich nicht auf das Bharata bezieht. Wie der Körper von der Nahrung abhängt, die er zu sich nimmt, und wie ein Diener, der sich Aufstieg wünscht, einem Herrn von edler Abstammung dient, so dienen und ehren alle Poeten dieses Bharata. So wie die Worte die verschiedenen Zweige des Wissens bezüglich der Welt bilden und die Veden sich in heiligen Gesängen zeigen, so entfaltet diese ausgezeichnete Dichtung die höchste Weisheit.

Zusammenfassung des Inhaltes des Mahabharathas

Hört, ihr Asketen, nun den Abriß der Parvas dieser Geschichte der Bharatas, voller subtiler Bedeutung und logischer Verbindungen, mit wundervollen und abwechslungsreichen Abschnitten und Versen, und großem Reichtum an Inhalten aus den Veden. Das erste wird Anukramanika genannt und das zweite Sangraha. Dann kommen Paushya, Pauloma, Astika und Adivansavatarana. Dann folgt Sambhava mit wunderbaren und aufregenden Ereignissen. Es folgen Jatugrihadaha, indem das Lackhaus in Brand gesetzt wird, und Hidimbabadha erzählt vom Tod der Hidimba. Dann kommen Bakabadha über den Tod von Baka, und Chitraratha. Das nächste wird Panchaliswayamvara genannt, die Gattenwahl von Draupadi (Panchali), in dem Arjuna in gerechtem Kampf mittels seiner Kshatriya Tugenden seine Rivalen besiegt und Draupadi zur Gattin gewinnt. Dann kommt die Hochzeit im Vaivahika Parva. Es folgen Viduragamana, die Ankunft Viduras, Rajyalabha, das Erringen des Königreiches, Arjunabanavasa, Exil des Arjuna, und Subhadra Harana, der Raub der Subhadra. Danach kommen Haranaharika, Khandavadaha, das Verbrennen des Khandava Waldes, und Maya Darsana, das Treffen mit Maya, dem Architekten der Dämonen. Weiterhin folgen Sabha (Buch 2, Bau der Versammlungshalle), Mantra, Jarasandha, Digvijaya, der große Feldzug. Danach gibt es Rajasuyaka, Arghyaviharana, die Darbringung von Arghya, und Sisupalabadha, Tod des Sisupala. Danach kommen Dyuta, das Würfelspiel, Anudyuta, das zweite Würfelspiel, Aranyaka (Buch 3, Buch des Waldes) und Krimirabadha, der Tod von Krimira. Das Arjunavigamana Parva, die Reisen des Arjuna, und Kairati, das den Kampf zwischen Arjuna und Mahadeva (Shiva) in Gestalt eines Jägers erzählt. Dann folgen Indralokavigamana, die Reise in die Regionen Indras, eine Quelle von Religion und Tugend, und das höchst mitgefühlerregende Nalopakhyana, die Geschichte von Nala und Damayanti. Danach wird im Tirthayatra die Pilgerreise der weisen Kuru Prinzen erzählt, der Tod von Jatasura und die Schlacht mit den Yakshas. Es folgen die Schlacht mit den Nivatakavachas, das Ajagara und das Treffen mit Markandeya. Dann das Gespräch zwischen Draupadi und Satyabhama, das Ghoshayatra und Mirgaswapna, der Traum von den Hirschen. Weiterhin die Geschichte von Brihadaranyaka und das Aindradrumna, Draupadiharana, die Entführung der Draupadi, und das Jayadrathabimoksana, die Freilassung von Jayadratha. Es folgt die Geschichte der Savitri, welche den großen Verdienst von ehelicher Liebe und Keuschheit darstellt. Danach folgt die Geschichte des Rama. Das nächste Parva wird das Kundalaharana genannt, der Verlust der Ohrringe. Als nächstes kommen Araneya und Virata (Buch 4), das Verbergen der Pandavas (in der Stadt Viratas) und die Erfüllung ihres Versprechens, für ein Jahr unerkannt zu leben. Es folgen der Tod von Kichaka und im Gograhana der Versuch der Kauravas, das Vieh von Virata zu stehlen. Das nächste Parva beschreibt die Heirat Abhimanyus mit der Tochter des Königs Virata. Ihr müßt wissen, daß das nächste, sehr wunderbare Parva Udyoga genannt wird (Buch 5, Buch der Bemühungen). Es kommen Sanjayayana, die Ankunft Sanjayas, Prajagara, die Schlaflosigkeit von Dhritarashtra aufgrund seiner Ängstlichkeit, und Sanatsujata, in dem die Geheimnisse der spirituellen Philosophie stecken. Weiter geht’s mit Yanasaddhi und der Ankunft Krishnas. Dann folgen die Geschichte von Matali, Galava, Savitri, Vamadeva, Vainya, Jamadagni und Shodasarajika. Danach die Ankunft Krishnas bei Hofe und Bidulaputrasasana. Weiter die Sammlung der Truppen und die Geschichte von Shalya. Dann, müßt ihr wissen, kommt der Streit des hochbeseelten Karna und der Marsch beider Heere zum Schlachtfeld. Die nächsten heißen die Zählung der Rathas und Atirathas. Als nächstes wird die Ankunft des Boten Uluka beschrieben, welcher den Zorn der Pandavas anstachelt. Dann kommt, müßt ihr wissen, die Geschichte von Amba. Weiter die bewegende Geschichte, wie Bhishma als Oberbefehlshaber eingesetzt wird. Das nächste (Buch 6) wird die Erschaffung der Inselregion Jambu und Bhumi genannt, und dann kommt ein Bericht über die Erschaffung weiterer Inseln. Es folgt die Bhagavad Gita und der Sieg über Bhishma. Dann (im Buch 7) die Ernennung Dronas, die Zerstörung der Sansaptakas, der Tod Abhimanyus und der Eid Arjunas, Jayadratha zu töten. Es folgen der Tod Jayadrathas und Ghatotkachas. Dann, müßt ihr wissen, kommt die aufwühlende Geschichte vom Tode Dronas. Das nächste Parva wird das Abfeuern der Waffe Narayana genannt. Es folgen das Karna Parva (Buch 8) und das Shalya Parva (Buch 9), das Eintauchen von Duryodhana in den See, der Keulenkampf zwischen Bhima und Duryodhana, das Saraswata und die Beschreibung der heiligen Schreine nebst der Abstammung. Dann kommt das Sauptika (Buch 10), welches die schändlichen Taten der Kauravas beschreibt. Es geht weiter mit der Trauer im Aisika (Buch 11), dem Opfern von Wasser für die Toten im Jalapradana und die Klagen der Frauen im Strivilapa. Als nächstes ist das Sraddha beschrieben, welches von den Begräbnisriten für die getöteten Krieger erzählt. Dann folgt (im Buch 12) die Vernichtung des Rakshasas Charvaka, welcher in Verkleidung eines Brahmanen erscheint, um Yudishtira zu täuschen. Es geht weiter mit der Krönung des weisen Yudhishthira. Dann kommen Grihapravibhaga, Shanti, Rajadharmanusasana, Apaddharma, Mokshadharma, Sukaprasnaabhigamana, Brahmaprasnanusana, die Herkunft von Durvasa, die Dispute mit Maya und das Anusasanika (im Buch 13). Danach steigt Bhima in den Himmel auf. Anschließend wird das Pferdeopfer (im Buch 14) durchgeführt. Wer dieses Kapitel liest, der vernichtet alle seine Sünden. Das nächste Parva ist als Anugita bekannt und enthält Worte spiritueller Lehren. Es folgen Asramvasa (Buch 15), Puttradarshana, das Treffen mit den Geistern der verstorbenen Söhne, und die Ankunft Naradas. Das nächst wird Maushala genannt (Buch 16) und ist voller grausamer und gräßlicher Ereignisse. Dann folgen Mahaprasthanika (Buch 17) und der Aufstieg zum Himmel (Buch 18). Darüber hinaus folgt das Purana Khilvansa (Harivamsa). Darin sind das Vishnuparva, Vishnus Streiche und Heldentaten seiner Kindheit und die Vernichtung von Kansa zu finden. Und zuletzt kommt das Bhavishya Purana mit den Prophezeiungen, welche die Zukunft betreffen.

Dies sind kurzgefaßt die einhundert Bücher, welche der große und edle Vyasa dichtete. Der Sohn des Lomaharshana, Nachfahre von Suta (also Sauti), teilte sie in achtzehn Parvas (Bücher) ein und rezitierte sie im Wald von Naimisha nacheinander wie folgt:

Buch 1: Im Adi Parva sind Paushya, Pauloma, Astika, Adivansavatarana, Sambhava, der Brand im Lackhaus, der Tod von Hidimba, die Vernichtung des Dämonen Baka, Chitraratha, die Gattenwahl der Draupadi, ihre Heirat nach dem gerechten Sieg über die Rivalen im Kampf, die Ankunft Viduras, die Rückgewinnung (des Reiches), Arjunas Exil im Dschungel, die Entführung der Subhadra, Übergabe und Empfang der Mitgift zur Hochzeit, das Niederbrennen des Khandava Waldes und die Begegnung mit dem Dämonen Architekten Maya enthalten. Das Paushya Parva beinhaltet die Größe des Utanka und das Pauloma erzählt über die Söhne des Bhrigu. Das Astika beschreibt die Geburt von Garuda und den Nagas (Schlangen), das Quirlen des Ozeans, die Umstände der Geburt des himmlischen Rosses Uchchaihsrava und letztendlich die Abstammung des Bharata, wie sie auch beim Schlangenopfer von König Janamejaya aufgesagt wurde. Das Sambhava Parva handelt von der Geburt diverser Könige und Helden, vom weisen Vyasa, von den teilweisen Inkarnationen der Götter, von der Entstehung der Danavas und heldenhaften Yakshas, Schlangen, Gandharvas, Vögel und aller Wesen, und zum Schluß vom Leben und den Abenteuern des Königs Bharata, dem Vorfahren der Linie, die bis heute seinen Namen trägt, jener Sohn, der von Shakuntala in der Einsiedelei des Asketen Kanwa geboren wurde. Dieses Parva beschreibt auch die Herrlichkeit der Ganga und die Geburten der Vasus im Hause des Shantanu und ihr erneuter Aufstieg zum Himmel. Es wird auch die Geburt Bhishmas erzählt, der in sich Teile der Energien der anderen Vasus vereint, sein Verzicht auf das Königreich und sein Gelübde zum Brahmacharya Leben, sein Festhalten an seinen Eiden, wie er Chitrangada beschützte und nach dessen Tod, seinen jüngeren Bruder Vichitravirya. Es wird beschrieben wie er den letztgenannten auf den Thron setzte, auch die Geburt von Dharma unter den Menschen, weil er von Animandavya dazu verflucht wurde, die Geburten von Pandu und Dhritarashtra durch die Kraft des Segens von Vyasa und auch die Geburten der fünf Pandavas (und der hundert Kauravas als Söhne von Dhritarashtra). Die Geschichte geht weiter mit den Verschwörungen von Duryodhana, welche die Pandavas nach Varanavata schickten, und die anderen dunklen Pläne der Söhne Dhritarashtras bezüglich der Pandavas, dann den Rat, welchen der weise, den Pandavas immer wohlgesonnene Vidura dem Yudhishthira mit auf den Weg gab und dabei die Mlecha Sprache nutzte, das Graben des unterirdischen Ausgangs, der Brand in Purochana, die Jägersfrau, welche mit ihren fünf Söhnen im Lackhaus schlief, die Begegnung der Pandavas mit Hidimba im schrecklichen Wald und die Vernichtung ihres Bruders durch den heldenhaft starken Bhima. Es folgen die Geburt von Ghatotkacha, das Treffen der Pandavas mit Vyasa und, auf seinen Rat hin, ihr versteckter Aufenthalt im Haus eines Brahmanen in Ekachakra. Auch wird von der Tötung des Dämonen Vaka erzählt und von der Verwunderung des Volkes bei diesem Anblick, von der außergewöhnlichen Geburt Draupadis und Dhrishtadyumnas. Es folgt die gehorsame Abreise der Pandavas gen Panchala, einmal auf Anweisung des Vyasa und auch, weil sie die Neuigkeiten bezüglich der Gattenwahl von den Lippen eines Brahmanen vernommen hatten und sich Draupadi gewinnen wollten. Nach dem Sieg Arjunas über den Gandharva Angaraparna am Ufer der Bhagirathi schloß er Freundschaft mit seinem Gegner und hörte vom Gandharva die Geschichten von Tapati, Vasishta und Aurva. Dann erzählt das Parva die Reise der Pandavas nach Panchala, das Erringen der Draupadi durch Arjuna inmitten aller Könige, nachdem er erfolgreich das Ziel traf, und den Sieg von Bhima und Arjuna über Shalya, Karna und all die anderen gekrönten Häupter im anschließenden Kampf. Rama und Krishna lobten die unvergleichlichen Taten der beiden bei diesem Anblick und erklärten, diese Helden seien die Pandavas. Dann kamen die Brüder in ihre Herberge, das Haus eines Töpfers, und Drupada war sehr niedergeschlagen, als er erfuhr, daß Draupadi mit fünf Gatten vermählt werden sollte. Daraufhin wird die wundersame Geschichte von den fünf Indras erzählt. Es folgt die außergewöhnliche und von den Göttern gewünschte Hochzeit Draupadis. Vidura wird von den Söhnen Dhritarashtras als Bote zu den Pandavas gesandt. Es folgen seine Ankunft, seine Sicht Krishnas, die Einkehr der Pandavas in Indraprastha und ihre Herrschaft über das halbe Königreich. Dann werden von den Söhnen des Pandu die Regeln bezüglich ihres Lebens mit Draupadi festgelegt. Dabei folgen sie den Anweisungen Naradas. In ähnlicher Weise wird dann die Geschichte von Sunda und Upasunda erzählt. Das Parva behandelt noch die Abreise Arjunas in den Wald gemäß seines Eides, denn er hatte Draupadi und Yudhishthira zusammen sitzen gesehen, als er die Kammer betrat, um seine Waffen zu holen um das gestohlene Vieh eines Brahmanen zu retten. Auf seinem Weg trifft Arjuna auf die Nagatochter Ulupi (die seinen Sohn Iravat gebiert), die Pilgerreise an viele heilige Orte und die Geburt von Vabhruvahana (mit Chitrangada). Arjuna errettet fünf himmlische Damen, welche durch den Fluch eines Brahmanen in Alligatoren verwandelt wurden. Er trifft sich mit Krishna im heiligen Prabhasa, raubt Subhadra mit Genehmigung ihres Bruders Krishna in einem wunderbaren Wagen, der nach dem Willen seines Fahrers überall hin fährt auf Erden, im Wasser und durch die Lüfte. Dann empfängt Arjuna die Mitgift von Krishna, kehrt nach Indraprastha zurück und Subhadra empfängt Abhimanyu, dieses Wunder an Heldenmut. Auch die Kinder der Draupadi werden geboren. Später gehen Arjuna und Krishna auf eine Vergnügungsfahrt an die Ufer der Jamuna und empfangen den Diskus und den gefeierten Bogen Gandiva. Es folgt die Verbrennung des Khandava Waldes, die Rettung von Maya durch Arjuna und die Flucht der Schlange. Im Leib eines Vogels, Sarngi genannt, wird der Sohn des Rishis Mandapala geboren. Diesem Parva teilte der große Vyasa zweihundert und siebenundzwanzig Kapitel zu, welche achttausend achthundert und vierundachtzig Slokas enthalten.

Buch 2: Das zweite Buch wird Sabha Parva genannt und ist sehr umfassend und voll tiefster Bedeutung. In ihm wird von den Pandavas die Versammlungshalle erbaut und die Dienerschaft aufgestellt. Narada beschreibt die Höfe von Lokapala, denn er kennt all die himmlischen Regionen. Es folgen die Vorbereitungen für das Rajasuya Opfer, die Vernichtung von Jarasandha, die Befreiung all der Könige, welche von Jarasandha in seiner Stadt gefangengehalten wurden durch Krishna, die Eroberungskampagne der Pandavas, die Ankunft der tributpflichtigen Könige und Anführer beim Rajasuya Opfer, der Tod Sisupalas während des Opfers in Verbindung mit der Darreichung von Arghya, die Empörung und der Neid von Duryodhana beim Anblick all der Herrlichkeiten während des Opfers, Bhimas Spott in der großen Versammlungshalle auf Kosten Duryodhanas, dessen Empörung darüber und die Vorbereitungen für das Würfelspiel, die Niederlage Yudhishthiras beim Würfeln mit dem gerissenen und geschickten Shakuni, die Wiedergutmachung, die Dhritarashtra seiner durch das Würfeln in ein Meer von Kummer gestürzten Schwiegertochter Draupadi gewährte, die Anstrengungen von Duryodhana, Yudhishthira in ein zweites Würfelspiel zu verstricken und die Verbannung der erneut geschlagenen Pandava Brüder. Dies sind die Inhalte in diesem Parva, welches der große Vyasa Sabha nannte. Es ist in siebenundachtzig Kapitel eingeteilt, oh ihr Besten der Brahmanen, und besteht aus zweitausend fünfhundert und sieben Slokas.

Buch 3: Dann kommt das dritte Buch namens Aranya (oder Vana). Es beschreibt die Abreise der Pandavas in den Wald, und wie die Bürger dem weisen Yudhishthira folgen. Um die ihm folgenden Brahmanen mit Nahrung versorgen zu können, verehrt Yudhishthira den Gott des Tages (die Sonne) auf den Rat von Dhaumya hin, und die Gunst der Sonne gewährt die Nahrung. Dann wird Vidura, der allseits ein Fürsprecher seines Herrn war, von Dhritarashtra ausgewiesen, schließt sich den Pandavas an aber kehrt dann zum reuevoll bittenden Dhritarashtra zurück. Es werden die Pläne des hinterhältigen, von Karna aufgehetzten Duryodhana beschrieben, die im Walde wandernden Pandavas zu vernichten. Daraufhin erscheint Vyasa bei ihm und rät ihm von seiner bösen Absicht ab. Weiterhin wird die Geschichte Surabhis erzählt, die Ankunft Maitreyas, und wie er Dhritarashtra von den Plänen informiert, sein Fluch über Duryodhana, wie Bhima den Dämonen Kirmira in der Schlacht tötet, die Ankunft der Panchalas, der Vrishni Prinzen und von Krishna bei Yudhishthira, als sie erfuhren, wie er beim unfairen Würfelspiel von Shakuni besiegt worden war. Krishna besänftigt die vor ihm klagende Draupadi, und auch der Fall von Sauva wurde vom großen Rishi beschrieben. Dann bringt Krishna Subhadra mit ihrem Sohn nach Dwaraka, und Dhrishtadyumna geleitet die Söhne Draupadis nach Panchala. Dann betreten die Söhne Pandus den wunderschönen und romantischen Wald Dwaita, und es kommt zum Gespräch zwischen Bhima, Yudhishthira und Draupadi. Vyasa besucht die Pandavas und stattet Yudhishthira mit der Kraft von Pratismriti aus. Nachdem er wieder abgereist ist, ziehen die Pandavas in den Wald Kamyaka um. Der äußerst heldenhaft starke Arjuna wandert umher auf der Suche nach Waffen, kämpft mit Mahadeva (Shiva) in Gestalt eines Jägers, trifft die Lokapalas und erhält von ihnen Waffen. Dann reist er für Waffen sogar in die Regionen Indras. Dhritarashtra lebt daraufhin in steter Sorge, und Yudhishthira läßt seinen Klagen freien Lauf, als er den großen Weisen Brihadaswa trifft. Das Buch enthält auch die heilige und höchstes Mitgefühl erregende Geschichte von Nala, welche von der immensen Geduld Damayantis und dem Charakter Nalas erzählt. Vom selben großen Weisen empfängt Yudhishthira die Geheimnisse des Würfelspiels, und Rishi Lomasa kommt aus den himmlischen Bereichen zu den Pandavas herab. Die hochbeseelten Waldbewohner empfangen ihn würdig, und er überbringt ihnen die Neuigkeiten von Arjuna, welcher gerade im Himmel weilt. Auf Bitten Arjunas pilgern die Pandavas zu diversen heiligen Orten und gewinnen sich damit großen Verdienst und Tugend. Dann begegnen sich der große Heilige Narada und die hochbeseelten Pandavas am heiligen Ort Putasta. Es wird das herausragende Opfer von Gaya beschrieben. Es folgen die Geschichte von Agastya, wie er den Dämon Vatapi verdaute und seine eheliche Verbindung mit Lopamudra, um Nachkommen zu zeugen. Dann kommt die Geschichte von Rishyasring, der die Brahmacharya Art zu leben von jüngster Kindheit an annahm, danach die Geschichte vom heldenhaften Rama, Sohn des Jamadagni, in welcher der Tod von Kartavirya und den Haihayas erzählt wird, und das Treffen der Pandavas und Vrishnis am heiligen, Prabhasa genannten Ort. Es folgt die Geschichte von Sukanya, in welcher Chyavana, Sohn des Bhrigu, den Aswin Zwillingen zum Opfer des Königs Saryati Somasaft reichte, obwohl die anderen Götter ihnen das eigentlich verwehrt hatten, und in der auch erzählt wird, wie sich Chyavana fortwährende Jugend gewann als Segen der dankbaren Aswins. Danach wird die Sage von König Mandhata erzählt, dann die von Prinz Jantu, und wie König Somaka hundert Söhne erhielt, weil er seinen einzigen Sohn (Jantu) in einem Opfer hergab. Dann kommt die hervorragende Geschichte vom Falken und der Taube, und wie Indra, Agni und Dharma König Sivi prüften. Dann die Geschichte vom Rishi Ashtavakra, in welcher der Disput zwischen besagtem Rishi und dem Ersten der Logiker, Vandi, Sohn des Varuna, beim Opfer des Janak stattfand, die Niederlage des Vandi durch den großen Ashtavakra und dadurch die Befreiung des Vaters des Rishis aus den Tiefen des Ozeans. Es folgen die Geschichten von Yavakrita und vom großen Raivya, die Abreise der Pandavas nach Gandhamadana und ihr Aufenthalt im Asyl, welches Narayana genannt wurde, die Reise Bhimas nach Gandhamadana und die Suche nach der süßduftenden Blume auf Bitten von Draupadi. Dort traf Bhima auf seinem Weg im Bananenhain mit Hanuman zusammen, dem Sohn des heldenmütigen Pavana, dann badete er in der Wasserstelle und zerstörte alle Blumen darin, um die gesuchte, süßduftende Blume zu bekommen. Es wird dann sein entschlossener Kampf mit den mächtigen Rakshasas, starken Yakshas und Maniman beschrieben, die Vernichtung des Dämon Jata durch Bhima, das Treffen der Pandavas mit dem königlichen Weisen Vrishaparva, ihre Weiterreise in die Einsiedelei von Arshtishena und ihr Verweilen dorten. Draupadi wiegelt Bhima gegen die Kurus zur Rache auf. Bhima besteigt den Berg Kailash und es gibt eine schreckliche Schlacht mit den mächtigen Yakshas, welche von Maniman angeführt werden. Die Pandavas begegnen Kuvera und treffen dann Arjuna wieder, nachdem er für Yudhishthira göttliche Waffen errungen hatte. Es folgt die furchterregende Schlacht zwischen Arjuna und dem großen Feind der Himmlischen, die Nivatakavachas, welche in Hiranyaparva lebten, und auch mit den Paulomas und Kalakeyas, welche von Arjunas Hand den Tod finden. Arjuna zeigt vor Yudhishthira die himmlischen Waffen auf, und Narada verhütet ihren Einsatz. Danach reisen die Pandavas aus Gandhamadana ab und Bhima wird im Wald von einer riesigen Schlange gefangen. Die Schlange läßt ihn wieder aus ihrer Umklammerung frei, nachdem Yudhishthira einige Fragen beantwortet. Anschließend kehren die Pandavas in die Kamyaka Wälder zurück. Krishna kommt die mächtigen Söhne des Pandu dort besuchen, und auch Rishi Markandeya, der verschiedene Geschichten erzählt: Nämlich die von Prithu, Sohn von Vena, die von Sarasvati und dem Rishi Tarkhya, die von Matsya und andere alte Geschichten, wie die von Indradyumna und Dhundhumara, die Geschichte der keuschen Ehefrau und die von Angiras. Bei dieser Gelegenheit treffen und unterhalten sich Draupadi und Satyabhama. Dann reisen die Pandavas in den Wald von Dwaita. Es folgt die Inspektion der Kuhherden, Duryodhanas Gefangennahme durch Gandharvas und seine Rettung durch Arjuna. Es folgt Yudhishthiras Traum vom Hirsch, die Rückkehr der Pandavas in den Kamyaka Wald und die lange Geschichte von Vrihidraunika. Es wird die Geschichte von Durvasa dargeboten, dann die gewaltsame Entführung der Draupadi durch Jayadratha, die windesschnelle Verfolgung des Räubers durch Bhima und die Rasur seines Hauptes durch Bhimas Hand. Danach kommt die lange Geschichte des Ramayana, in der Rama durch seine heldenhafte Kraft den Dämon Ravana in der Schlacht tötet. Es folgen die Geschichte von Savitri, Karnas Verlust seiner Ohrringe durch Indra und die anschließende Überreichung eines Wurfgeschosses (Sakti) an Karna vom zufriedengestellten Indra, mit dem man eine einzelne Person sicher töten kann, wenn man die Waffe auf sie abfeuert. Weiter geht’s mit der Episode Aranyaka, in welcher Dharma (der Gott der Gerechtigkeit, Yama) seinem Sohn Yudhishthira Ratschläge erteilt und in der auch erzählt wird, wie die Pandavas nach dem Erhalt eines Segens gen Westen ziehen. Dies alles ist im dritten Buch enthalten, welches Aranya (Vana, Buch des Waldes) genannt wird, und aus zweihundert und neunundsechzig Kapiteln besteht. Die Zahl der Slokas ist elftausend, sechshundert und vierundsechzig.

Buch 4: Das umfassende Buch, was als nächstes kommt, wird Virata genannt („Das letzte Jahr im Exil“). Die Pandavas erreichen das Land von Virata, erblicken in einem Friedhof am Stadtrand einen großen Shami Baum und verstecken ihre Waffen in ihm. Es wird ihr Eintritt in die Stadt erzählt und ihr Aufenthalt dort in Verkleidung. Bhima tötet den gemeinen Kichaka, welcher unbeherrscht und lustvoll Draupadi zu nahe tritt. Prinz Duryodhana beruft kluge Spione ein und sendet sie in allen Richtungen aus, um die Pandavas zu entdecken. Doch es gelingt ihnen nicht, die mächtigen Söhne des Pandu zu entlarven. Als nächstes wird das Vieh von Virata zunächst von den Trigartas gestohlen. Es folgt eine gräßliche Schlacht, in der Virata vom Feind gefangen und von Bhima wieder gerettet wird. Auch das Vieh wird wieder befreit. Doch erneut wird Viratas Vieh von den Kurus gestohlen. Und diesmal werden die Kurus von Arjuna ganz allein besiegt und das Vieh zurückgebracht. Virata bietet Arjuna seine Tochter Uttara an, welche jener für seinen Sohn Abhimanyu, den Feindezerstörer, annimmt. Das ist der Inhalt des umfangreichen vierten Buches, dem Virata. Der große Rishi Vyasa dichtete es in siebenundsechzig Kapiteln und in zweitausend und fünfzig Slokas.

Buch 5: Lauscht nun dem Inhalt des fünften Buches, welches als Udyoga bekannt ist („Das Buch der Friedensbemühungen“). Während die siegesdurstigen Pandavas an einem Ort weilten, der Upaplavya genannt wurde, gingen Arjuna und Duryodhana zu Krishna und sprachen beide: „Du solltest uns im Krieg helfen.“ Der hochbeseelte Vasudeva antwortete: „Oh ihr Besten der Männer, in mir findet ihr einen Berater, der nicht kämpfen will. Und ich biete ein Akshauhini Krieger. Welches von den beiden soll ich wem von euch geben?“ Seinem eigenen Vorteil gegenüber blind, bat der törichte Duryodhana um die Truppen, während Arjuna Krishna als nichtkämpfenden Berater wählte. Dann wird beschrieben, wie Shalya, der König der Madras, den Pandavas zu Hilfe eilte, doch Duryodhana ihn auf seinem Weg mit Geschenken und Gastfreundschaft dazu bewegte, ihm einen Wunsch zu gewähren, und wie ihn dann Duryodhana um Unterstützung in der Schlacht bat. Es wird auch erzählt, wie Shalya dem Duryodhana sein Wort gab und dann zu den Pandavas ging, um sie zu trösten, indem er ihnen die Geschichte von Indras Sieg über Vritra erzählte. Dann senden die Pandavas ihren Purohita (Priester) zu den Kauravas. Als der heldenhaft starke König Dhritarashtra die Worte des Purohita der Pandavas und die Geschichte von Indras Sieg vernahm, beschloß er, seinen Purohita auszuschicken. Schließlich ging Sanjaya als Bote zu den Pandavas und bat um Frieden. Dhritarashtra hatte alles von den Pandavas, ihren Freunden, Krishna und allen anderen erfahren, war in großer Sorge darüber und schlaflos. Daher gab Vidura dem weisen König Dhritarashtra viele gute Ratschläge. An dieser Stelle erklärt Sanatsujata für den ängstlichen und besorgten Monarchen hervorragende Wahrheiten aus der spirituellen Philosophie. Am nächsten Morgen spricht Sanjaya am Hofe des Königs über die Identität der beiden Freunde Krishna und Arjuna. Danach begibt sich der ruhmreiche Krishna, von Freundlichkeit und dem Wunsch nach Frieden bewegt, persönlich in die Hauptstadt der Kauravas, Hastinapura, um Frieden zu stiften. Doch Duryodhana lehnt das Angebot von Krishna ab, welches zum Vorteil beider Seiten gereichte. Es wird die Geschichte von Dambhodbhava erzählt, dann von der Suche des hochbeseelten Matali nach einem Ehemann für seine Tochter, die Geschichte vom großen Weisen Galava, und die Geschichte, wie Königin Vidula ihren Sohn motivierte. Nachdem die üblen Vorhaben von Duryodhana, Karna und anderen bekannt wurden, zeigt Krishna seine Yoga Kräfte vor allen Königen, nimmt Karna in seinem Streitwagen mit und bietet ihm vernünftige Ratschläge an. Doch Karna lehnt diese stolz ab. Krishna, dieser Feindebezwinger, kehrt von Hastinapura nach Upaplavya zurück und erzählt alles Geschehene den Pandavas. Nach gründlicher Beratung untereinander rüsten sich nun die Pandavas, diese Vernichter ihrer Feinde, zum Krieg. Es folgt der Marsch von Hastinapura in die Schlacht mit Fußsoldaten, Pferden, Streitwagen und Elefanten. Beide Parteien zählen und besichtigen ihre Truppen. Duryodhana schickt Uluka als Boten zu den Pandavas am Tage vor der Schlacht. Es folgen die Aufzählung der Wagenlenker aus verschiedenen Klassen und die Geschichte von Amba. Dies alles wird im fünften Buch des Bharata beschrieben, welches Udyoga genannt wird und voller Ereignisse ist, welcher sowohl Krieg als auch Frieden betreffen. Oh ihr Asketen, der große Vyasa dichtete es aus einhundert und sechsundachtzig Kapiteln. Die Zahl der Slokas, welche der große Rishi schuf, ist sechstausend sechshundert und achtundneunzig.

Buch 6: Dann wird das Bhishma Parva erzählt, welches mit wunderbaren Ereignissen angefüllt ist. In ihm tut Sanjaya zunächst den Ursprung der Region namens Jambu kund. Danach wird die große Niedergeschlagenheit der Armee Yudhishthiras beschrieben und der heftige Kampf in zehn aufeinanderfolgenden Tagen. Der hochbeseelte Vasudeva (Krishna) zerstreut die Bedenken Arjunas vor der Schlacht, die das Töten seiner Verwandten betrifft, indem er Gründe nennt, die aus der Philosophie der letztendlichen Erlösung kommen. Es wird auch beschrieben, wie der großmütige Krishna, auf das Wohl Yudhishthiras bedacht und in Sorge um die Verluste der Pandava Heere, flugs vom Wagen springt und mit unerschrockenem Herzen und der Peitsche in der Hand sich daran macht, Bhishma zu töten. Krishna bedenkt Arjuna, den Träger des Bogens Gandiva und den Ersten von allen in der Schlacht, die Waffen tragen, mit scharfen Worten. Und dieser Beste unter den Bogenschützen, Arjuna, stellt schließlich Sikhandin vor sich und durchbohrt mit seinen schärfsten Pfeilen den Bhishma, welcher dadurch vom Streitwagen fällt. Zum Schluß wird beschrieben, wie Bhishma auf einem Bett aus Pfeilen liegt. Dieses Parva ist als das sechste Buch des Bharata bekannt. Es wurde aus einhundert und siebzehn Kapiteln gedichtet, und die Zahl der vom vedenkundigen Vyasa gedichteten Slokas ist achthundert und vierundachtzig.

Buch 7: Es folgt das wundervolle Parva mit Namen Drona mit all seinen wunderbaren Ereignissen. Als erstes kommt die Ernennung von Drona, dem großen Lehrer aller Waffen, zum Oberbefehlshaber der Armee, und der Eid, den dieser große Waffenmeister ablegte. Er schwört zur Zufriedenheit Duryodhanas, den weisen Yudhishthira in der Schlacht zu ergreifen. Arjuna zieht sich von den Sansaptakas zurück, um Bhagadatta, diesen zweiten Indra im Kampfe mit seinem Elefanten Supritika zu besiegen. Der jugendliche Krieger Abhimanyu stirbt allein und ohne Hilfe in der Schlacht durch viele große Wagenkrieger der Maharathas nebst Jayadratha. Nach seinem Tod vernichtet Arjuna sieben Akshauhinis an Kriegern und Jayadratha selbst. Bhima mit den mächtigen Armen und der Erste der Wagenkrieger Satyaki stürmen das Schlachtfeld. Sie brechen in die Reihen der Kaurava Armeen ein, die sogar für die Götter undurchdringlich waren, um auf Befehl Yudhishthiras Arjuna zu suchen. Die Reste der Sanspataka Truppen werden vernichtet. Im Drona Parva wird der Tod von Alambusha, Srutayus, Jalasandha, Somadatta, Virata, dem großen Wagenkrieger Drupada, Ghatotkacha und vielen anderen beschrieben. Über alle Maßen erregt über den Tod seines Vaters Drona in der Schlacht zieht Aswatthaman die schreckliche Waffe Narayana. Dann wird die ruhmvolle Geschichte Rudras erzählt und die Vernichtung der drei Städte. Vyasa gelangt an den Ort des Geschehens und erzählt über die Herrlichkeit von Krishna und Arjuna. Dies sind die Inhalte des großen siebten Buches des Bharata mit all seinen heldenhaften Anführern und Prinzen und ihrem Untergang. Die Zahl der Kapitel beträgt einhundert und siebzig. Die Zahl der vom Rishi Vyasa, dem Sohn des Parasara, diesem Besitzer von wahrem Wissen nach langer Meditation gedichteten Slokas ist achttausend neunhundert und neun.

Buch 8: Als nächstes kommt das wunderbare Buch, welches Karna genannt wird. In diesem wird von der Berufung des weisen Königs von Madra als Karnas Wagenlenker erzählt, die alte Geschichte vom Fall des Dämonen Tripura und der Austausch von schroffen Worten zwischen Karna und Shalya auf ihrem Weg ins Schlachtfeld. Dann kommt die Geschichte vom Schwan und der Krähe als beleidigende Anspielung für Karna. Es folgen der Tod von Pandya durch die Hand des hochbeseelten Aswatthaman, der Tod von Dandasena und Darda, die drohende Gefahr für Yudhishthira, weil er den Zweikampf mit Karna vor allen Kriegern suchte, der gegenseitige Zorn von Arjuna und Yudhishthira und die Besänftigung von Arjuna durch Krishna. In diesem Parva folgt Bhima seinem Schwur, zerreißt Dushasanas Brust im Kampf und trinkt sein Herzblut. Danach schlägt Arjuna den Karna im Zweikampf. Der Dichter des Bharata nannte dieses Buch das achte. Die Zahl der Kapitel beträgt neunundsechzig und die der Slokas viertausend neunhundert und vierundsechzig.

Buch 9: Dann wird das hervorragende Parva mit Namen Shalya erzählt. Nachdem all diese großen Krieger den Tod gefunden hatten, wurde Shalya, der König von Madra, der Befehlshaber der Kaurava Armeen. Nacheinander werden die Kämpfe der Wagenstreiter beschrieben, das Ende der großen Kaurava Anführer, schließlich der Tod des großen Shalya durch die Hand von Yudhishthira, dem Gerechten, und der Tod von Shakuni durch Sahadeva. Nur noch ein kleiner Rest der Truppen lebte noch nach dieser gewaltigen Schlacht. Duryodhana ging zu einem See, schuf sich im Wasser eine Bleibe und blieb dort versteckt liegen. Bhima erfuhr davon von einem Jäger, und Duryodhana, der niemals eine Beleidigung ertragen konnte, kam zornig ob der kränkenden Worte des klugen Yudhishthiras aus dem Wasser. Es folgt der Zweikampf mit den Keulen zwischen Duryodhana und Bhima. Als nächstes wird die Ankunft von Balarama während des Kampfes beschrieben, auch die Heiligkeit der Sarasvati, dann der Fortgang des Kampfes und das Brechen von Duryodhanas Oberschenkeln durch einen gräßlichen Keulenschlag von Bhima. Dies alles wird im wundervollen neunten Buch erzählt. Die Zahl der Kapitel ist neunundfünfzig und die vom großen Vyasa, dem Verbreiter des Ruhmes der Kauravas, gedichteten Slokas sind dreitausend zweihundert und zwanzig.

Buch 10: Ich werde nun den Inhalt des zehnten Buches mit Namen Sauptika („nächtlicher Überfall“) aufzählen, welches voller fürchterlicher Ereignisse ist. Nachdem die Pandavas sich fortbegeben hatten, kamen die mächtigen Wagenkämpfer Kritavarman, Kripa und Aswatthaman, der Sohn Dronas, am Abend zum Schlachtfeld und sahen dort König Duryodhana mit gebrochenen Oberschenkeln und blutbedeckt auf dem Boden liegen. Und der große Wagenkämpfer, der Sohn des Drona sprach in schrecklichem Zorn einen Eid, daß er die Waffen nicht niederlegen würde, ohne alle Panchalas mitsamt Dhrishtadyumna und den Pandavas mit ihren Verbündeten getötet zu haben. Nach diesen Worten verließen die drei Krieger Duryodhana und betraten den großen Wald bei Sonnenuntergang. Während sie in der Dunkelheit unter einem großen Banian Baum saßen, beobachteten sie eine Eule, wie sie im Schutz der Nacht eine Krähe nach der anderen tötete. Bei diesem Anblick erinnerte sich Aswatthaman mit zornigem Herzen an seines Vaters Schicksal und beschloß, die schlafenden Panchalas zu töten. Am Eingang des Lagers traf er einen Dämon mit gräßlichem Gesicht, dessen Kopf bis in die Himmel reichte, und der den Eingang bewachte. Und als er bemerkte, daß dieser Dämon alle seine Waffen blockierte, begann der Sohn Dronas eilig, die dreiäugige Gottheit (Shiva bzw. Rudra) zu verehren und ihn damit zu besänftigen. Dann erschlug er von Kritavarman und Kripa beschützt alle Söhne der Draupadi, alle Panchalas mit Dhrishtadyumna und alle ihre Verwandten, welche ahnungslos in ihren Betten schliefen. Außer den fünf Pandavas und dem großen Krieger Satyaki, welche auf Geheiß Krishnas nicht anwesend waren, starben alle in dieser Nacht. Der Wagenlenker von Dhrishtadyumna überbrachte den Pandavas die Nachricht vom Massaker an den Panchalas durch den Sohn Dronas. Draupadi setzte sich vor Trauer um ihre Söhne, Brüder und den Vater vor ihre Ehemänner auf den Boden und beschloß, fastend zu sterben. Durch ihre Worte und den Wunsch, sie wieder zu beschwichtigen, tief bewegt, machte sich der starke und äußerst wütende Bhima mit seiner Keule an die Verfolgung von Aswatthaman, dem Sohn seines Waffenlehrers. Aus Furcht vor Bhima und vom Schicksal getrieben zog Dronas Sohn eine himmlische Waffe mit den Worten: „Möge die Welt frei von Pandavas sein!“. Doch Krishna neutralisierte Aswatthamans Rede, indem er sagte: „Dies wird nicht geschehen.“ Und Arjuna hielt die Waffe mit einer seiner eigenen Waffen auf. Krishna und der inselgeborene Vyasa verfluchten Aswatthaman wegen seiner bösen Absicht, und wurden selbst von ihm verflucht. Die Pandavas nahmen dem mächtigen Wagenkrieger Aswatthaman sein Kronenjuwel ab, freuten sich darüber sehr und übergaben es als Trost der weinenden Draupadi. Dies ist das zehnte Buch, genannt Sauptika. Der große Vyasa dichtete es in achtzehn Kapiteln und achthundert und siebzig Slokas. Dieser große Erzähler von heiligen Wahrheiten legte im Sauptika die beiden Parvas Sauptika und Aisika zusammen.

Buch 11: Im Anschluß folgt das höchst pathetische Buch mit Namen Stree („Frauen“), welches von Dhritarashtra mit dem prophetischem Blick erzählt, wie er über den Tod seiner Kinder klagt, von Feindschaft gegenüber Bhima bewegt wird und eine harte, eiserne Statue in Stücke zerbricht, die Krishna geschickt anstelle von Bhima vor ihn hinstellte. Vidura beseitigt Dhritarashtras plagende Zuneigung für weltliche Dinge und beruhigt den Monarchen, indem er Gründe anführt, welche zur letztendlichen Erlösung führen. Dann wird der Gang Dhritarashtras nebst den Damen des Hofes zum Schlachtfeld beschrieben. Hier weinen die Ehefrauen mitleidvoll und herzerweichend über ihre gefallenen Helden. Gandhari und Dhritarashtra geraten in Zorn und verlieren ihr Bewußtsein, während die Damen der Kshatriyas ihre nicht mehr zurückkehrenden Söhne, Brüder und Väter tot auf dem Felde liegen sehen. Krishna beruhigt Gandhari, welche in großen Zorn verfällt wegen des Todes ihrer Söhne und Enkelsöhne. Es folgt die Einäscherung der Körper der dahingeschiedenen Helden, welche der weise und tugendhafte Monarch Yudhishthira mit den rechten Riten durchführen läßt. Als das Wasser für die Ahnen der verstorbenen Prinzen geschöpft wird, gesteht Kunti, daß Karna ihr im Geheimen geborener Sohn war. All dies wurde vom großen Rishi Vyasa im äußerst mitgefühlerregenden elften Buch erzählt. Jedes fühlende Herz, welches es liest, wird von Trauer bewegt und läßt sogar die Tränen aus den Augen strömen. Es besteht aus siebenundzwanzig Kapiteln und siebenhundert und fünfundsiebzig Slokas.

Buch 12: Als zwölftes Buch kommt nun das Shanti („Frieden“) genannte Parva, welches die Weisheit vermehrt und über die Verzagtheit Yudhishthiras berichtet, weil er seine Väter, Brüder, Söhne, Onkel mütterlicherseits und alle angeheiratete Verwandtschaft vernichtet hatte. Es wird beschrieben, wie Bhishma auf seinem Lager aus Pfeilen viele Lehren und Gebote der Pflicht erläutert, die es wert sind, von Königen studiert zu werden, die nach Weisheit streben. Dieses Parva erklärt die Pflichten relativ zu den Gefahren und ist voller Lehren bezüglich Zeit und Vernunft. Wenn eine Person diese versteht, gelangt sie zu vollendetem Wissen. Und auch die Mysterien zur endgültigen Erlösung werden im Mokshadharma Parva sorgfältig diskutiert. Dieses, das zwölfte Buch, ist das bevorzugte der Weisen. Es enthält dreihundert und neununddreißig Kapitel. Oh Rishis, der weise Sohn des Parasara dichtete es mit vierzehntausend siebenhundert und zweiunddreißig Slokas.

Buch 13: Als nächstes kommt das hervorragende Buch Anusasana („Tugendlehren“). In ihm wird erzählt, wie Yudhishthira, der König der Kurus, wieder mit sich in Einklang kam, als er der Erklärung der Lebensaufgaben von Bhishma, dem Sohn der Bhagirathi, zuhörte. Dieses Parva behandelt ausführlich die Gebote und Gesetze des Dharma und Artha (Tugend und Gewinn), die Regeln der Wohltätigkeit und deren Verdienst, die Qualitäten des Gebenden und die Höchsten der Gaben. Es spricht auch über die Zeremonien mit den individuellen Pflichten, die Regeln für gutes Betragen und den unvergleichlichen Verdienst der Wahrhaftigkeit. Es beschreibt den großen Verdienst von Brahmanen und Kühen und entwirrt die Geheimnisse der Pflichten in Zeit und Raum. Schließlich berichtet es auch vom Aufstieg Bhishmas in den Himmel. All dies ist im exzellenten und abwechslungsreichen Parva mit Namen Anusasana enthalten. Es ist das dreizehnte Buch, welches akkurat die verschiedenen Lebensaufgaben der Menschen aufzeigt. Die Anzahl der Kapitel ist einhundert und sechsundvierzig, und die der Slokas achttausend.

Buch 14: Es folgt das vierzehnte Buch, genannt Aswamedhika („Pferdeopfer“). Hier gibt es die hervorragende Geschichte von Samvartta und Marutta. Dann wird beschrieben, wie die Pandavas goldene Schätze entdecken. Es folgt die Geburt Parikshits, der von Krishna wiederbelebt wurde, nachdem er von der himmlischen Waffe Aswatthamans verbrannt worden war. Weiter geht es mit den Kämpfen Arjunas, dem Sohn von Pandu, mit diversen Prinzen, welche das freilaufende Opferpferd zornig attackieren. Es wird die große Gefahr aufgezeigt, in welche Arjuna gerät, als er sich mit Vabhruvahana schlägt, dem Sohn von Chitrangada (und Arjuna), der Erbtochter des Anführers von Manipura. Und dann wird noch die Geschichte des Mungos beim Pferdeopfer erzählt. Dieses wunderbarste Buch wird Aswamedhika genannt. Die Zahl der Kapitel beträgt einhundert und drei, die der vom wahrhaft wissenden Vyasa gedichteten Slokas ist dreitausend dreihundert und zwanzig.

Buch 15: Im fünfzehnten Buch, dem Asramvasika, legt Dhritarashtra die Königswürde nieder und geht, von Vidura und Gandhari begleitet in die Wälder. Auch die tugendhafte Kunti, welche immer die Höhergestellten verehrte, verläßt den Hof ihrer Söhne und folgt dem alten Paar. Danach wird von der wunderbaren Begegnung des Königs Dhritarashtra mit den Geistern seiner erschlagenen Kinder, Enkelkinder und anderer Prinzen erzählt, welche durch die Freundlichkeit Vyasas von der anderen Welt kamen. Da verbannte der Monarch seine Trauer und erlangte mit seiner Gemahlin die höchsten Früchte seiner verdienstvollen Taten. Und Vidura erreicht in diesem Parva den höchsten verdienstvollen Status, nachdem er sich ein Leben lang an die Tugend gehalten hatte. Auch der gelehrte Sohn von Gavalgana, Sanjaya, der alle Leidenschaften unter voller Kontrolle hielt, der Beste der Minister, erlangt in diesem Parva einen gesegneten Status. Yudhishthira, der Gerechte, trifft auf Narada und erfährt von ihm die Auslöschung des Geschlechts der Vrishnis. Dieses sehr schöne Buch Asramvasika hat zweiundvierzig Kapitel und eintausend fünfhundert und sechs Slokas, welche von Vyasa gedichtet wurden, der um die Wahrheit weiß.

Buch 16: Und wie ihr wißt, kommt danach das Buch Maushala voller schmerzlicher Ereignisse. In ihm wird erzählt, wie die Vrishni Helden mit den Löwenherzen und vielen Narben an ihren Körpern von so mancher Schlacht durch den Fluch eines Brahmanen am Ufer des Salzozeans vom Weine trunken und ihrer Sinne beraubt wurden, und vom Schicksal getrieben sich mit Eraka Gras, welches in ihren Händen zu tödlichen Donnerblitzen wurde, gegenseitig umbrachten. Es erzählt weiter, wie die Stunde auch für Balarama und Krishna nach der Vernichtung ihres Stammes kam, und sie aufstiegen, sich der Herrschaft der alles vernichtenden Zeit beugend. Danach reist Arjuna, dieser Beste unter den Männern, nach Dwaraka und blickt zutiefst bewegt auf die Stadt ohne die Vrishni Krieger. Voller Trauer wohnt er der Bestattung seines Onkels mütterlicherseits, Vasudeva, bei, diesem Ersten der Yadu Dynastie (Vrishnis). Dann betrachtete er all die toten Helden, wie sie an dem Ort ausgestreckt lagen, an dem sie getrunken hatten. Anschließend führte er die Begräbniszeremonien für die ruhmreichen Brüder Krishna und Balarama und die führenden Mitglieder des Yadu Stammes durch. Als er auf seiner Reise heimwärts all die Frauen und Kinder, die Alten und Schwachen mit sich führte, also die Übriggebliebenen des Yadu Stammes, da traf ihn auf dem Weg eine schwere Misere. Er wurde Zeuge des Versagens seines Bogens Gandiva und des Verschwindens seiner himmlischen Waffen, und war nicht mehr in der Lage, all die Yadu Frauen zu beschützen. Dem Rat Vyasas folgend trat Arjuna vor Yudhishthira hin und bat um die Erlaubnis, wie ein Sannyasin (besitzloser Bettelmönch) zu leben. Dies sind die Inhalte des sechzehnten Buches mit Namen Maushala. Es hat acht Kapitel und dreihundert und zwanzig Slokas, welche der sich der Wahrheit bewußte Vyasa verfaßt hatte.

Buch 17: Das nächste Buch heißt Mahaprasthanika und ist das siebzehnte seiner Art. In diesem danken die Pandavas ab, verlassen mit Draupadi ihr Königreich und begeben sich auf die große Reise namens Mahaprasthana. Sie begegnen Agni, als sie am Ufer des Meeres mit dem roten Wasser anlangen. Von Agni selbst angesprochen verehrt ihn Arjuna gründlich, und es kehrt sein Bogen Gandiva zu ihm zurück. Yudhishthira setzt seine Reise fort und schaut nicht einmal zurück, als seine Brüder einer nach dem anderen und auch Draupadi tot zu Boden fielen. Das siebzehnte Buch wird Mahaprasthanika genannt, besteht aus drei Kapiteln und dreihundert und zwanzig Slokas.

Buch 18: Das folgende Buch, müßt ihr wissen, ist außerordentlich und wird Swarga genannt. Es ist voller himmlischer Ereignisse. In ihm wird erzählt, wie der himmlische Wagen kommt, um Yudhishthira mitzunehmen. Doch von Freundlichkeit zu einem Hund bewegt, welcher ihn auf seiner Reise begleitet hatte, lehnt er es ab, ohne den Hund einzusteigen. Als er die stetige Haltung Yudhishthiras zur Tugend sah, legt Dharma, der Gott der Gerechtigkeit, seine hündische Gestalt ab und zeigt sich dem König. Als Yudhishthira in den Himmel aufsteigt, fühlt er viele Schmerzen. In einem Akt der Täuschung zeigt ihm der Himmelsbote die Hölle, wo er die herzzerreißenden Klagen seiner Brüder hört, welche unter Yamas Herrschaft in dieser Region leiden. So zeigen Dharma (Yama) und Indra dem Yudhishthira die Bereiche für Sünder. Dann legt Yudhishthira seinen menschlichen Körper bei einem Bad in der himmlischen Ganga ab und gelangt in die Bereiche, welche seinen Verdiensten entsprechen. Er beginnt, in Freude zu leben und wird von Indra und allen anderen Göttern geachtet. Dies ist das achtzehnte Buch, wie es vom ruhmreichen Vyasa gesungen wurde. Es gibt darin fünf Kapitel und zweihundert und neun Slokas.

Dies waren also die Inhalte der achtzehn Bücher. Im Anhang (Khita) finden sich das Harivamsa und Bhavishya Purana. Die Anzahl der Slokas im Harivamsa ist zwölftausend. Das sind die Inhalte des ganzen Bharata.

Und Sauti fuhr fort:
Achtzehn Akshauhinis Soldaten kamen zusammen, um zu kämpfen. Die große Schlacht, die folgte, war gräßlich und dauerte achtzehn Tage an. Jener, welcher die vier Veden mit allen Zweigen und Upanishaden kennt, aber nicht diese Geschichte, kann nicht als weise gelten. Der immens kluge Vyasa hat das Mahabharata als Abhandlung über Dharma, Artha und Kama gelehrt (die drei großen Lebensziele: Tugend, Wohlstand und Vergnügen). Wer diese Geschichte einmal gehört hat, wird keine andere Geschichte mehr lieben, genau wie jene, die einmal die liebliche Stimme des männlichen Kokila gehört haben, sich nicht mehr am Mißklang des Gekrächzes einer Krähe erfreuen können. Wie die Bildung der drei Welten aus den fünf Elementen erfolgt, so erheben sich die Inspirationen aller Poeten aus dieser hervorragenden Dichtung. Oh ihr Brahmanen, wie die vier Arten von Lebewesen (lebendgeboren, eigeboren, sproßgeboren und feuchtigkeitsgeboren) vom Raum für ihre Existenz abhängen, so hängen die Puranas von dieser Geschichte ab. Wie alle Sinne in ihren Aktivitäten von den verschiedenen Änderungen des Geistes abhängen, so hängen alle rituellen Taten und moralischen Qualitäten von dieser Abhandlung ab. Es gibt keine Geschichte in der Welt, welche nicht von dieser abhängt, so wie der Körper von der benötigten Nahrung. Alle Poeten verehren das Bharata, genau wie Diener, die sich eine gehobene Stellung wünschen, ihrem Herrn von edler Abstammung aufwarten. Und genau wie die gesegnete Lebensweise der Hauswirtschaft niemals von den drei anderen Lebensweisen (Schüler, Waldeinsiedler und Bettelmönch) im Verdienst übertroffen werden kann, so kann kein Dichter dieses Poem übertreffen.

Ihr Asketen, schüttelt alle Trägheit ab! Laßt eure Herzen sich auf die Tugend konzentrieren, denn die Tugend ist der einzige Freund in der kommenden Welt. Selbst die Klügsten können ihren sorgfältig gehegten Reichtum nebst Ehefrauen nicht zu ihrem sicheren Eigentum machen, noch halten diese Leidenschaften ewig an. Das Bharata von den Lippen des inselgeborenen Vyasa ist ohnegleichen. Es ist die Tugend selbst und geheiligt. Es zerstört die Sünde und erschafft Gutes. Wer ihm zuhört, wenn es rezitiert wird, benötigt kein Bad in den heiligen Wassern von Pushkara. Welche Sünden ein Brahmane auch mit seinen Sinnen während des Tages begeht, er wird von ihnen allen befreit, wenn er am Abend das Bharata liest. Und welche Sünden er auch in der Nacht durch Taten, Worte oder Gedanken begehen mag, er wird von allem befreit, wenn er das Bharata im ersten, morgendlichen Zwielicht liest. Wer einem in den Veden belesenen und in allen Zweigen der Wissenschaften gelehrten Brahmanen einhundert Kühe mit vergoldeten Hörnern schenkt, gewinnt sich denselben Verdienst wie einer, der täglich der heiligen Erzählung des Bharata lauscht. Wie der weite Ozean leicht von Menschen in Schiffen überquert werden kann, so kann diese ausführliche Geschichte von größter Vorzüglichkeit und tiefster Bedeutung mit Hilfe dieses einführenden Sangraha Parva verstanden werden.

Damit endet das zweite Kapitel, genannt Parva Sangraha im Adi Parva des gesegneten Mahabharata.


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