Pushpak Mahabharata Buch 3Zurück WeiterNews

Kapitel 241 – Duryodhana wird gefangengenommen

Nachdem der große Krieger Karna von den Gandharvas in die Flucht geschlagen worden war, floh der Rest der Kaurava Armee direkt vor Duryodhana mutlos vom Schlachtfeld. Nur Duryodhana weigerte sich, dem Feind den Rücken zuzukehren. Er empfing die mächtigen Gandharva Heerscharen mit einen dichten Schauer von Pfeilen, doch das hielt die Gandharvas nicht auf. Schon bald umringten sie seinen Wagen, und fingen an, alles in Stücke zu schlagen: erst die Deichsel, dann die Seiten, den Fahnenmast, die dreifache Bambusstange, und alle Ecken gingen zu Bruch. Auch Pferde und Wagenlenker überlebten die Attacke nicht. Duryodhana selbst wurde vom Wagen geschleudert und fiel zu Boden. Sofort war der starkarmige Chitrasena zur Stelle und packte Duryodhana so heftig, daß man meinte, er würde das Leben lassen. Auch Dushasana und die anderen Brüder, wie Vivinsati, Chitra, Vinda und Anuvinda, wurden aus ihren Wagen geholt und gefangengenommen. Einige Gandharvas packten sogar die Damen des königlichen Haushalts, während die geflohenen Krieger zu Yudhishthira eilten und ihn um Hilfe anflehten. Sie hatten Wagen, Fuhrwerke, Ausrüstung und Reit- und Zugtiere gerettet und übergaben alles den Pandavas.

Die in die Flucht geschlagenen Soldaten klagten:
Der schöne und starke Sohn Dhritarashtras wurde von den Gandharvas gefangengenommen! Ihr Söhne der Pritha, folgt ihnen! Alle wurden fortgeführt: Dushasana, Durvisaha, Durmukha und Durjaya liegen in Ketten und sogar die königlichen Damen!

Weinend und jammernd knieten die Gefolgsleute Duryodhanas vor Yudhishthira und wünschten sich sehnlichst die Befreiung ihres Herrn. Doch Bhima antwortete ihnen:
Nun haben die Gandharvas das getan, was wir schon lange hätten tun sollen: Uns in Schlachtlinien aufstellen und mit Waffen, Elefanten und Pferden verstärken. Zwar kamen sie zu einem anderen Zwecke her, doch nun hat sie ein Schicksal ereilt, was sie nicht vorhergesehen haben. Endlich überkommt sie das Ergebnis der üblen Ratschläge eines Königs, der betrügerischem Spiel hingegeben ist. Schon oft haben wir es vernommen, daß der Feind eines Schwachen von anderen gezüchtigt wurde. Auf wunderbare Weise haben die Gandharvas vor unseren Augen die Wahrheit dieses Spruches gezeigt. Es scheint, es gibt immer jemanden in dieser Welt, der uns Gutes tun will. Er nahm unsere Last auf seine Schultern, während wir hier faul herumsitzen. Der Lump Duryodhana kam nur hierher, um uns anzuglotzen – er im Luxus und wir in Armut und ausgemergelt von Buße, Wind und Wetter. Und wer dem Verhalten dieses sündigen und gemeinen Lumpen gefolgt ist, kann nun seine Schande mit ansehen. Wer Duryodhana dazu geraten hat, hat sicherlich ebenfalls sündig gehandelt. So sage ich es vor euch allen: die Söhne der Kunti sind nie hinterhältig und sündig.


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