Pushpak Mahabharata Buch 3Zurück WeiterNews

Kapitel 82 – Über den Verdienst von Pilgerreisen

Pulastya sprach:
Oh du mit den hervorragenden Gelübden, ich bin höchst zufrieden mit deiner Demut, deiner Selbstbeherrschung und deiner Wahrhaftigkeit. Du bist in Moral gegründet. Oh Sündenloser, diese Tugenden gewannest du dir mit der Achtung deiner Ahnen. Ich freue mich über dich, und so ward dir mein Anblick gewährt, mein Sohn. Oh Bhishma, meine Blicke können alles durchdringen. Sag mir, was ich für dich tun kann, du Bester des Kuru Geschlechts. Ich werde dir gewähren, wonach du mich auch bitten magst.

Bhishma antwortete:
Oh höchst Gesegneter, wenn du, den die drei Welten verehren, mit mir zufrieden bist, und ich deshalb mit deinem überragenden Anblick gesegnet wurde, dann erachte ich mich bereits mit Erfolg gekrönt. Und wenn ich deine Gunst verdiene, du höchst Tugendhafter, dann werde ich dir meine Zweifel beschreiben und dich bitten, sie zu zerstreuen. Oh Heiliger, ich habe einige religiöse Zweifel bezüglich der Pilgerorte. Belehre mich ausführlich darüber, ich höre dir zu! Oh du Himmlischer, du zweifachgeborener Rishi, was ist der Verdienst eines Menschen, der um die ganze Welt zieht (und heilige Schreine besucht)? Oh überzeuge mich!

Pulastya sprach:
Mein Sohn, höre aufmerksam zu, ich werde dir den Verdienst erläutern, der mit Tirthas (Pilgerorten, heilige Wasser) verbunden und die Zuflucht der Rishis ist. Dessen Hände und Füße, Wissen und Gedanken, Askese und Taten unter nützlicher Kontrolle sind, der erfreut sich an den Früchten von Tirthas. Wer keine Geschenke mehr erwartet, zufrieden ist und ohne Hochmut, der erfreut sich an den Früchten von Tirthas. Wer ohne Sünde ist, nicht mit Absicht handelt, sich leicht ernährt, wer seine Sinne unter Kontrolle hat und frei von Schuld ist, der erfreut sich an den Früchten von Tirthas. Wer sich vom Zorn befreit und an die Wahrheit bindet, seine Gelübde standhaft befolgt und alle Wesen als sein Selbst erachtet, der erfreut sich an den Früchten von Tirthas. Die Rishis haben in den Veden die Opfer in rechter Reihenfolge und deren Früchte für jetzt und später beschrieben. Oh Herr der Erde, stattliche Opfer können nicht von einem Armen ausgeführt werden, denn man benötigt dafür zahllose Materialien und reiche Ressourcen. Nur wohlhabende Könige und vor allem Reiche können dies tun. Doch ich werde dir nun, oh bester Krieger, den Ritus beschreiben, dessen Früchte denen der Opfer vollkommen gleichen, und zu dem jeder Mensch in der Lage ist, sei er ohne Besitz, Freunde, Ehefrau und Kinder oder überhaupt ohne jegliche Mittel. Reise zu den Tirthas, denn sie sind verdienstvoll und bewahren ein großes Geheimnis der Rishis. Sie sind sogar höher einzuschätzen als Opferzeremonien. Nur der ist ein wirklich armer Mensch, der nie zu einer Tirtha pilgerte, nie für drei Nächte gefastet hat, oder nie Gold und Kühe verschenkt hat. Tatsächlich erreicht man mit einem Agnistoma und anderen, großzügigen Opfern längst nicht soviel Verdienst, wie mit einer Pilgerreise. In der Welt der Menschen gibt es eine Tirtha des Gottes der Götter, die in allen drei Welten unter dem Namen Pushkara gefeiert wird. Wer dorthin pilgert, wird der Gottheit ebenbürtig. Oh hochbeseelter Sohn des Kuru Geschlechts, während des Zwielichts und zu Mittag erscheinen in Pushkara hundert tausend Millionen Tirthas. Die Adityas, Vasus, Rudras, Sadhyas, Maruts, Gandharvas und Apsaras sind immer in Pushkara anwesend. Dort haben die Götter, Daityas und Brahmarshis asketische Hingabe geübt, großen Verdienst angesammelt und sind schließlich göttlich geworden.

Menschen mit Selbstbeherrschung werden schon von ihren Sünden gereinigt und als im Himmel lebend angesehen, wenn sie nur an Pushkara denken. Oh Bhishma, der ruhmreiche Große Vater, der den Lotus als Thron hat, lebte mit großem Vergnügen in dieser Tirtha. Ja, es war in Pushkara, wo die Götter und Rishis einst ihren großen Verdienst und damit höchsten Erfolg erworben haben. Die Weisen sagen, daß ein Mensch, der hingegeben an die Verehrung von Göttern und Ahnen in dieser Tirtha badet, sich Verdienst gewinnt, der zehnmal so groß ist wie bei einem Pferdeopfer. Wer in den Pushkara Wäldern nur einen einzigen Brahmanen sättigt, der wird hier und nachher glücklich für diese Tat. Wer sich vegetarisch von Früchten und Wurzeln ernährt, mag mit frommer Achtung und Respekt eben solche Nahrung einem Brahmanen anbieten. Mit solcher Gabe erwirbt der Weise sich den Verdienst eines Pferdeopfers. Wahrlich ruhmreich ist der Kshatriya, Brahmane, Vaisya oder auch Shudra, der in Pushkara badet und sich damit vom Zwang der Wiedergeburt befreit. Und wer bei Vollmond im Monat Kartika nach Pushkara pilgert, gewinnt sich die ewigwährenden Regionen im Bereich Brahmas. Wer mit gefalteten Händen des Morgens und Abends an Pushkara denkt, gleicht dem Badenden in jeder Tirtha. Ob Mann oder Frau, welche Sünden der Mensch auch seit seiner Geburt beging, sie werden alle aufgelöst beim Bad in Pushkara. Wie der Vernichter von Madhu (Indra) der Höchste unter den Himmlischen ist, so ist Pushkara die Beste unter den Tirthas. Wer für zwölf Jahre rein und mit geordneten Gelübden in Pushkara lebt, erlangt den Verdienst aller Opfer dieser Welt und geht in den Bereich Brahmas ein. Wer hundert Jahre das Agnihotra Opfer durchführt, erlangt denselben Verdienst, als wenn er den Monat Kartika in Pushkara verlebt. Es gibt drei weiße Berge und drei Quellen, die seit ferner Vergangenheit unter dem Namen Pushkara bekannt sind. Nun, wir wissen nicht, warum. Doch es ist schwierig, nach Pushkara zu gelangen, schwierig, in Pushkara asketische Enthaltsamkeit zu üben, schwierig, in Pushkara Gaben zu verteilen und schwierig, überhaupt in Pushkara zu leben.

Wer zwölf Nächte in Pushkara mit regelmäßigen Diäten und Gelübden verbracht hat, der umschreite den Ort und begebe sich dann nach Jamvumarga. Wer sich an diesen, von Himmlischen, Rishis und Pitris oft besuchten Ort begibt, erlangt den Verdienst eines Pferdeopfers und die Früchte all seiner Wünsche. Wer in Jamvumarga für fünf Nächte lebt, dessen Seele wird von allen Sünden gereinigt und er gewinnt sich hohen Erfolg. Niemals kann solch einer in die Hölle absinken. Danach sollte man nach Tandulikashrama gehen. Von da an gibt es kein zurück, sondern man steigt in die Bereiche Brahmas auf. Wer zum See des Agastya geht, sich dort der Verehrung der Pitris und Himmlischen widmet und für drei Nächte fastet, erlangt die Früchte eines Agnistoma. Lebt man dort vegetarisch von Früchten, dann erreicht man den Kaumara Status. Als nächstes sollte man die schöne Einsiedelei des Kanwa besuchen, die in der ganzen Welt verehrt wird. Diesen heiligen Wald gibt es schon sehr, sehr lange, oh Bulle des Bharata Geschlechts. Sobald man ihn betritt, wird man von allen Sünden befreit. Wer dort fastend und enthaltsam die Pitris und Götter ehrt, gewinnt sich den Segen eines Opfers, welcher alle Wünsche erfüllen kann. Dann sollte man die Einsiedelei umschreiten und zu dem Ort gehen, an dem Yayati herabfiel. Wer dorthin anlangt, gewinnt den Verdienst eines Pferdopfers. Danach sollte man mit beherrschten Sinnen und enthaltsamer Nahrung nach Mahakala gehen. Badet man in der Tirtha namens Koti, erhält man den Verdienst eines Pferdeopfers. Ein tugendhafter Mensch sollte als nächstes zur Tirtha des Sthanu (Shiva) pilgern, dem Gatten der Uma, die in allen drei Welten unter dem Namen Bhadravata bekannt ist. Diese Besten unter den Menschen, die dorthin gelangen, schauen Ishana (Shiva) und gewinnen sich denselben Verdienst, als ob sie tausend Kühe verschenkt hätten. Durch Mahadevas Gnade erlangen sie den Status Ganapatya (ein Ergebener Shivas), der mit Wohlstand, Frieden und Barmherzigkeit gesegnet ist. Dann gehe man nach Narmada, diesem berühmten Fluß, und opfere den Pitris und Göttern sein heiliges Wasser. Auch damit gewinnt man den Verdienst eines Pferdopfers. Wer am südlichen Ozean dem Brahmacharya Gelübde folgt und seine Sinne zügelt, erhält die Früchte eines Agnistoma Opfers und steigt in den Himmel auf. Dann begebe man sich mit achtsamen Sinnen und enthaltsamer Nahrung nach Charmawati. Auf Geheiß von Rantideva erhält man dort den Verdienst eines Agnistoma.

Dann muß man nach Arvuda reisen, diesem Sohn des Himavat, oh tugendhafter Krieger, wo einst vor langer Zeit ein Loch durch die Erde ging. Dort gibt es eine weltberühmte Einsiedelei des Vasishta. Bleibt man dort für eine Nacht, erhält man den Verdienst des Schenkens von tausend Kühen. Wer nach Brahmacharya Art lebt und in der Tirtha Pinga badet, gewinnt sich denselben Verdienst, als ob er hundert Kapila Rinder (ein Kuh mit glücksverheißenden Zeichen, die immer Milch gibt, wenn es nötig ist) verschenkt hätte. Als nächstes muß man zur vorzüglichen Tirtha namens Prabhasa pilgern. Hier ist Hutashana (Agni) immer in seiner eigenen Gestalt anwesend. Dieser Freund von Pavana (Vayu, Gott des Windes), oh Held, ist der Mund der Götter. Wer mit gezügelter und geheiligter Seele in dieser Tirtha badet, erhält mehr Verdienst, als jedes Agnistoma oder Atiratra Opfer je geben kann. Als nächstes reise man zu dem Ort, wo die Sarasvati in den Ozean mündet. Hier erhält man den Verdienst der Gabe von tausend Kühen und den Himmel und, oh Bulle der Bharatas, man strahlt in alle Zeit wie Agni selbst. Wer in diesen königlichen Gewässern mit beherrschter Seele badet, den Pitris und Göttern opfert und drei Nächte dort bleibt, der erstrahlt wie der Mond und erhält auch die Früchte eines Pferdeopfers. Danach sollte man zur Tirtha Varadana pilgern, wo der Rishi Durvasa dem Vishnu seinen Segen gewährte. Auch hier gewährt ein Bad solchen Verdienst, als ob man tausend Kühe verschenkt hätte. Die Reise sollte einen dann mit gezügelten Sinnen und geregelter Diät nach Dwaravati führen. Dort bade man in Pindaraka und gewinne sich die Frucht des Verschenkens von viel Gold. Oh Gesegneter, es ist wunderbar zu erzählen, daß in dieser Tirtha bis heute Münzen mit dem Zeichen des Lotus und dem Zeichen des Dreizacks zu sehen sind, denn Mahadeva ist an diesem Ort. Und wenn man dann zu dem Ort geht, an dem sich Sindhu mit dem Meer vermischt, dann sollte man mit beherrschter Seele in der Tirtha des Varuna baden und den Pitris, Rishis und Göttern das Wasseropfer darbringen. Dann erstrahlt man in eigenem Glanze und gewinnt sich die Bereiche Varunas. Die weisen Menschen sagen, daß man den zehnfachen Verdienst wie bei einem Pferdopfer erlangt, wenn man den Gott mit dem Namen Shankukarneshwara ehrt. Oh Bulle des Bharata Geschlechts, dann umschreite man diese Tirtha und pilgere zur in allen drei Welten gefeierten Tirtha namens Drimi (oder Dami). Diese Tirtha reinigt von jeder Sünde. Dort ehrten die Götter und Brahma den Maheshvara. Nach dem Bade und der Verehrung von Rudra und den anderen Göttern wird man von allen Sünden seit seiner Geburt gereinigt und gewinnt sich die Früchte eines Pferdeopfers. Denn alle Götter ehren die Tirtha Drimi, oh bester Mann. Nachdem Vishnu, der Schöpfer des Universums, die Daityas und Danavas geschlagen hatte, kam er hierher, um sich zu reinigen. Als nächstes pilgere man zur geehrten Vasudhara. Mit nur einer Reise zu dieser Tirtha erhält man die Früchte eines Pferdeopfers. Wer dort mit gezügelter Seele und Achtsamkeit badet und den Göttern und Pitris Wasser opfert, der steigt in die Region Vishnus auf und wird dort verehrt. In dieser Tirtha befindet sich der heilige See der Vasus. Wer darin badet und sein Wasser trinkt, wird von den Vasus geachtet. Dann gibt es noch die gefeierte Tirtha namens Sindhuttama, die jede Sünde zerstört. Oh bester Mann, wer dort badet, erhält dieselben Früchte, als ob er große Mengen an Gold verschenkt hätte.

Wer alsdann mit geheiligter Seele und reinem Betragen in Bhadratunga anlangt, gewinnt sich die Bereiche Brahmas und einen hohen gesegneten Status. Dann gibt es noch die Tirtha Kumarikas von Indra, die viel von den Siddhas besucht wird. Wer dort badet, kommt in die Bereiche Indras. In Kumarika gibt es noch eine andere Tirtha, Renuka genannt, die auch von den Siddhas heimgesucht wird. Wenn ein Brahmane darin badet, wird er so hell wie der Mond. Pilgere dann mit gezügelten Sinnen und gemäßigter Diät zur Tirtha Panchanada. Dort gewinnt man sich die Früchte von den fünf Opfern, die nacheinander in den Schriften beschrieben werden. Dann, oh Bhishma, sollte man zur vorzüglichen Region des Bhima reisen und dort in der Tirtha namens Yoni baden. Ein Mensch wird dadurch zum Kind einer Göttin. Er wird Perlenohrringe tragen und den Verdienst erlangen, den man für das Verschenken von tausend Kühen erhält. Als nächstes pilgere man zur in allen drei Welten gefeierten Tirtha Srikunda und ehre den Großen Herrn. Dadurch erlangt man die Frucht des Verschenkens von tausend Kühen. Oh Tugendhafter, danach reise man zur vorzüglichen Tirtha namens Vimala, wo man bis heute goldene und silberne Fische entdecken kann. Wer dort badet, erreicht die Regionen Vasavas (Indras). Seine Seele wird von allen Sünden gereinigt und er gelangt in einen höchst gesegneten Zustand. Weiter reise man nach Vitatsa und gebe den Pitris und Göttern das Wasseropfer. So gewinnt man sich den Verdienst eines Vajapeya Opferrituals. Diese sündenauflösende Tirtha befindet sich im Lande der Kashmiras und ist die Heimstatt der Naga Takshaka. Wer in ihr badet, gelangt zu höchster Seeligkeit. Dann sollte man zur überall gefeierten Vadava pilgern. Man bade dort nach allen Regeln am Abend und opfere der Gottheit der sieben Flammen in Butter und Milch gekochten Reis, soweit man es vermag. Die Weisen sagen, daß eine Gabe an die Pitris an diesem Ort unerschöpflich wird. Die Rishis, Pitris, Götter, Gandharvas, alle Stämme der Apsaras, die Guhyakas, Kinnaras, Yakshas, Siddhas, Vidyadharas, Menschen, Rakshasas, Daityas, Rudras und Brahma selbst opferten dort nach tausend Jahren Buße mit beherrschten Sinnen in Milch und Butter gekochten Reis, um Vishnus Gnade zu gewinnen. Sie offerierten ihm die Gabe und ein jeder gab die sieben Richs (ein Mantra aus dem Rigveda) dazu. Zufrieden überreichte ihnen Kesava die achtfachen Attribute namens Aishwaryya und andere Dinge, welche sie begehrten. Danach verschwand der Gott vor ihren Augen, wie ein Blitz in den Wolken. Dadurch wurde die Tirtha unter dem Namen Saptacharu (sapta = sieben, charu – in Milch und Butter gekochter Reis) bekannt. Wer dorten der siebenflammigen Gottheit Charu opfert, erhält Verdienst, der die Gabe von tausend Kühen übersteigt, hundert Rajasuya Opfer und auch hundert Pferdeopfer.

Dann verlasse man Vadava, oh Bhishma, und reise nach Raudrapada. Wer dort Mahadeva erblickt, erhält den Verdienst eines Pferdeopfers. Dann pilgere man mit beherrschter Seele und der Art des Brahmacharya folgend nach Manimat, bleibe dort für eine Nacht und gewinne damit den Verdienst eines Agnistoma Opfers. Dann sollte man zur gefeierten Tirtha Devika reisen. Wir haben vernommen, daß dort zum ersten Mal die Brahmanen ins Dasein kamen. Es ist auch der weithin bekannte Bereich dessen, der den Dreizack trägt. Hat man in Devika gebadet und Maheshvara nach seinen Möglichkeiten in Milch und Butter gekochten Reis geopfert, erlangt man den Verdienst eines alle Wünsche erfüllenden Opfers. Es gibt noch eine Tirtha des Rudra, die Kamakhya genannt wird, zu der sich oft die Götter begeben. Wer dort badet, erlangt schnellen Erfolg. Und wer die Wasser von Yajana, Yaijana, Brahmavaluka und Pushpamva berührt, der wird von allen Sorgen nach diesem Leben befreit. Die Gelehrten haben gesagt, daß die geheiligte Tirtha Devika die Zuflucht der Götter und Rishis und fünf Yojanas lang und ein halbes Yojana breit ist. Danach sollte man der Tradition gemäß nach Dirghasatra gehen. Dort führen die Götter mit Brahma an ihrer Spitze ihre langen Opferriten aus mit regelmäßigen Gelübden, Rezitationen und der Befolgung des vorhergehenden Gebots. Wenn man nur nach Dirghasatra ginge, oh Bhishma, hätte man schon Verdienst gewonnen, der sowohl das Rajasuya als auch das Pferdeopfer übersteigt. Als nächstes pilgere man mit gezügelten Sinnen und geregelter Diät nach Vinasana, wo Sarasvati an Merus Brust verschwand und in Chamasa, Shivodveda (Sivodbheda) und Nagodveda (Nagodbheda) wieder erschien. Wer in Chamodveda (Chamasobheda) badet, erhält den Verdienst eines Agnistoma Opfers. Wer in Shivodveda badet, den des Schenkens von tausend Kühen. Und wer in Nagodveda badet, gelangt in die Regionen der Nagas. Danach sollte man zur unzugänglichen Tirtha von Shashayana reisen, wo die Kraniche in Gestalt von Shashas (= Mondflecken oder Hasen) verschwinden, jedes Jahr im Monat Kartika wiederkommen und in der Sarasvati baden, oh Bharata. Wer dort sein Bad nimmt, der erstrahlt wie der Mond und erhält den Verdienst der Gabe von tausend Kühen. Dann reise man mit beherrschten Sinnen nach Kumarakoti und ehre dort badend die Götter und Pitris. Der Verdienst des Schenkens von zehntausend Kühen ist der Lohn, und die Ahnen werden in höhere Bereiche erhoben.

Als nächstes pilgere man, oh du Tugendhafter, mit gezügelter Seele nach Rudrakoti, wo sich in alten Tagen zehn Millionen Munis versammelten. Mit großem Eifer sehnten sie sich danach, Mahadeva zu schauen, und ein jeder von ihnen rief: „Ich werde den Gott zuerst sehen! Ich werde den Gott als Erster sehen!“ Um jeglichen Disput zwischen den Rishis mit den beherrschten Seelen zu vermeiden, vervielfachte sich der Herr des Yoga dank seiner Yoga Kraft zehn Millionen mal und erschien vor jedem von ihnen. Da sprach jeder Rishi: „Ich habe ihn zuerst gesehen.“ Zutiefst zufrieden über ihre Hingabe gewährte Mahadeva den Munis einen Segen. Er sprach: „Von heute an soll eure Rechtschaffenheit anwachsen.“ Nun, oh Tiger unter den Männern, wer mit reinem Geist in Rudrakoti badet, gewinnt sich den Verdienst eines Pferdeopfers und erlöst seine Ahnen. Danach sollte man zur höchst gefeierten und heiligen Region pilgern, wo sich Sarasvati mit dem Meer vermischt. Dorthin gehen die Götter mit Brahma und alle asketisch reichen Rishis, um Kesava am vierzehnten Tag der hellen Monatshälfte Chaitra zu verehren. Badend gewinnt man sich dort denselben Verdienst, als ob man viel Gold verschenkt hätte. Die Seele wird von allen Sünden gereinigt, und man steigt in die Region Brahmas auf. Dort haben die Rishis viele Opfer vollendet. Eine Reise an diesen Ort gewährt den Verdienst des Schenkens von tausend Kühen.


Zurück Inhaltsverzeichnis Weiter