Pushpak Mahabharata Buch 3Zurück WeiterNews

Kapitel 51 – Gespräch zwischen Dhritarashtra und Sanjaya

Vaisampayana erzählte:
Als Dhritarashtra von diesem wunderbaren Leben der Söhne Pandus hörte, weit ab von gewöhnlichen Menschen, da überkam ihn Sorge und Kummer. Die Melancholie überwältigte ihn, er seufzte tief und heiß und sprach zu seinem Wagenlenker Sanjaya:
Oh Wagenlenker, kein Moment des Friedens ist mir vergönnt, denn Tag und Nacht muß ich an das gräßliche und schlechte Benehmen meiner Söhne beim Würfelspiel damals denken, und gleichzeitig an den Heroismus, die Geduld, die große Klugheit, die unerträgliche Heldenkraft und außergewöhnliche Liebe der Söhne Pandus zueinander. Die ruhmreichen Zwillinge Nakula und Sahadeva sind von himmlischer Herkunft, gleichen dem Anführer der Götter in Glanz und sind unbesiegbar in der Schlacht. Sie halten ihre Waffen fest in der Hand, können auf große Distanz treffen, sind kampfentschlossen, zeigen eine bemerkenswerte Leichtigkeit bei der Handhabung ihrer Waffen, sind zornvoll zum Kampf entschlossen und davon nicht einfach abzubringen, standhaft und tätig. Sie sind so mutig wie Löwen und überwältigend wie die Aswin Zwillinge. Wenn sie zum Schlachtfeld kommen mit Bhima und Arjuna als Führung, dann sehe ich, wie meine Soldaten alle geschlagen werden, ohne daß auch nur einer übrig bleiben wird. Diese gewaltigen Krieger von himmlischer Abstammung erfüllt die Erinnerung an Draupadis Demütigung mit Zorn, und unbesiegbar im Kampf werden sie keine Schonung zeigen. Und darüber hinaus werden die mächtigen Vrishni Krieger ebenso wie die energetischen Panchalas von Vasudeva mit der ungeminderten Heldenkraft angeführt. Gemeinsam mit den Söhnen der Pritha werden sie sicherlich meine Legionen sprengen. Oh Sanjaya, alle Krieger zusammen, die auf meiner Seite kämpfen, sind nicht in der Lage, den Ansturm nur der Vrishnis zu ertragen, wenn sie von Balarama und Krishna angeführt werden. Unter ihnen wird sich Bhima austoben, der mit seiner eisernen Keule und furchtbarer Kraft jeden Helden schlagen kann. Und hoch über dem ganzen Getöse wird das Sirren von Gandiva ertönen, und zwar so laut wie himmlischer Donner. Dem Aufprall von Bhimas Keule und dem lauten Geräusch von Gandiva kann kein König auf meiner Seite die Stirn bieten. Dann werde ich mich an die Ratschläge der Freunde erinnern, die ich zurückwies, weil ich Duryodhanas Ruf gehorsam war, oh Sanjaya. Ratschläge, denen ich zur rechten Zeit hätte folgen sollen.

Sanjaya sagte:
Ja, mein König, das war dein großer Fehler, daß aus Zuneigung zu deinem Sohn ihn nicht von seinen üblen Taten abgehalten hast, obwohl du gekonnt hättest. Als Krishna Vasudeva, dieser Held von niemals verblassender Herrlichkeit, erfahren hatte, daß die Pandavas im Würfelspiel besiegt worden waren, ging er sofort in den Kamyaka Wald und tröstete sie. Draupadis Söhne, Dhristadyumna, Virata, Dhristaketu und die mächtigen Kekaya Krieger waren auch dort. Durch unsere Spione weiß ich alles, was dort gesprochen wurde. Und ich habe dir alles erzählt, oh König. So weißt du, daß die Pandavas Krishna baten, in der Schlacht ihr Wagenlenker zu werden. Und Hari antwortete ihnen: „So sei es.“

Selbst Krishna wurde zornig, als er die Pandavas dort im Walde und in Hirschfelle gehüllt erblickte, und er sprach zu Yudhishthira:
Ich habe den Reichtum der Söhne Prithas in Indraprastha beim großen Rajasuya Opfer gesehen, wie ihn kein anderer König sich gewinnen kann. Ich sah alle Könige dort, die Vangas und Angas, Paundras und Odras, Cholas, Dravidas und Andhakas, die Herrscher vieler Inseln und Länder am Meeresufer, die Herrscher der Grenzstaaten nebst den Herrschern der Sinhalas, die barbarischen Mlechas, die Ureinwohner von Lanka, alle Könige des Westens zu Hunderten, die Könige Pahlavas, Daradas, Kiratas, Yavanas, Shakas, Harahunas, Chinas, Tukharas, Saindhavas, Jagudas, Ramathas, Mundas, und die Einwohner des Königreichs der Frauen, die Tanganas, Kaikeyas, Malavas und die Bewohner von Kashmira. Sie alle fürchteten die Kraft deiner Waffen, waren gehorsam deiner Einladung gefolgt und dienten dir auf vielfältigste Weise. Diesen Wohlstand, oh König, der deinem Feind nicht für lange gegeben ist, werde ich dir zurückgeben, indem ich deinen Feind töte. Oh Anführer der Kurus, ich werde mithilfe von Balarama, Bhima und Arjuna, den Zwillingen, Akrura, Gada, Samba, Pradyumna, Ahuka, dem heldenhaften Dhrishtadyumna und dem Sohn von Sisupala im Verlaufe eines Tages Duryodhana, Karna, Dushasana, Suvalas Sohn und all die anderen auf dem Schlachtfeld vernichten, die gegen uns antreten mögen. So wirst du mit deinen Brüdern wieder in Hastinapura leben, der Sippschaft von Dhritarashtra ihren jetzigen Reichtum abnehmen und in Wohlstand und Freude diese Erde regieren.

Dies waren die Worte Krishnas, oh König. Und Yudhishthira antwortete ihm in dieser Versammlung der Helden, und jeder konnte es hören:
Oh Janarddana, ich nehme deine Worte als Wahrheit an. Oh du mit den mächtigen Armen, töte alle meine Feine und ihre Gefolgsleute, wenn die dreizehn Jahre vorüber sind. Oh Kesava, versprich mir das. Denn ich habe vor dem König gelobt, im Wald zu leben, wie ich es nun tue.

Dhrishtadyumna und die anderen stimmten seinen Worten zu und beruhigten den erregten Krishna mit lieben und angemessenen Worten. Auch zur reinen Draupadi sprachen sie vor Vasudeva selbst und allen vernehmlich:
Oh Dame, wegen deines Zorns soll Duryodhana sein Leben niederlegen. Das versprechen wir dir, oh du mit dem reizenden Gesicht. So traure nicht länger. Oh Draupadi, wer dich verspottete, als du beim Würfelspiel gewonnen wurdest, wird sicher die Früchte seiner Taten ernten. Raubtiere und Aasfresser sollen ihr Fleisch verschlingen und sie damit verspotten. Schakale und Geier werden ihr Blut trinken. Und du, Draupadi, wirst die Leichname der Schurken auf dem Boden liegen sehen, die dich am Haar zogen, und diesmal werden Aasvögel an ihnen zerren. Alle, welche dir Schmerz und Mißachtung zufügten, sollen ohne Köpfe auf der Erde liegen, und die Erde selbst wird ihr Blut trinken.

Solche und andere Reden wurden da gehört, oh König. Und alle diese Bullen der Bharatas sind von großer Tapferkeit, Energie und tragen die Zeichen der Schlacht. In dreizehn Jahren werden die großen Krieger, von Yudhishthira erwählt und Vasudeva angeführt, zum Schlachtfeld schreiten. Rama und Krishna, Dhananjaya und Pradyumna, Samba und Yuyudhana, Bhima und die Söhne der Madri, die Kaikeya- und Panchala- Prinzen vom König der Matsyas begleitet – sie alle werden kommen, diese gefeierten und unbesiegbaren Helden mit ihren Truppen und Gefolgsleuten. Wer, der sich wünscht zu leben, würde sich mit ihnen schlagen, wo sie doch zornigen Löwen mit wehenden Mähnen gleichen?

Und Dhritarashtra stimmte dem zu:
Was Vidura damals beim Würfelspiel zu mir sprach, nämlich: „Wenn du versuchst, die Pandavas mit Würfeln zu vernichten, dann wird sich ein gräßliches Blutvergießen ereignen, was mit der Vernichtung der Kurus enden wird.“, dies, oh Wagenlenker, wird bald geschehen. Ja, zweifellos wird diese Schlacht stattfinden, wenn die versprochenen dreizehn Jahre der Pandavas vorüber sind, wie Vidura es voraussah.

Hier endet mit dem 51.Kapitel das Indralokagamana Parva des Vana Parva im gesegneten Mahabharata.


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