Pushpak Mahabharata Buch 3Zurück WeiterNews

Kapitel 21 – Der Kampf mit Salwa geht weiter

Vasudeva sprach:
Nach dieser Gegenwehr von mir erhob sich mein großer Feind, König Salwa, wieder in den Himmel und mit dem Wunsch, mich zu besiegen, schleuderte er Sataghnis auf mich herab, auch riesige Keulen, flammende Lanzen, schwere Schlaghölzer und sirrende Schwerter. Doch bevor die Waffen mich erreichten, zerschnitt ich sie mit meinen schnellen Pfeilen in mehrere Stücke und wehrte alles ab. Da erhob sich gewaltiger Lärm im Himmelsgewölbe, und Salwa bedeckte Daruka, meinen Wagenlenker, meine Pferde und meinen Wagen mit hunderten und tausenden gerader Pfeile.

Da seufzte Daruka fast ohnmächtig auf:
Ich bleibe auf meinem Posten, denn es ist meine Pflicht. Doch Salwas Pfeile haben mich schwer getroffen, und viel länger kann ich nicht widerstehen, denn mein Körper wird schwach.

Und ja, die mitleiderregenden Worte meines Wagenlenkers waren wahr. Es gab keine Stelle auf Brust, Haupt, Armen und Körper, die ohne Pfeile war. Das Blut floß reichlich von den gerissenen Wunden, und er glich einem roten Kreidefelsen nach einem Regenschauer. Doch noch immer hielt er die Zügel in der Hand und so ermunterte ich ihn.

In diesem Moment erschien ein schnell herbeieilender Bote aus Dwaraka, sprach mich wie einen Freund an und überbrachte eine Nachricht von Ahuka. Er schien mir einer seiner Gefolgsleute zu sein. Er war traurig und seine Stimme war in Seufzern ertränkt, als er sprach:
Oh Krieger, Ahuka, dein Freund und Herr von Dwaraka, spricht diese Worte zu dir: Oh Sohn der Vrishnis, du Unermüdlicher, während du abwesend warst, kam Salwa und tötete mit schierer Gewalt deinen Vater Vasudeva. Die Schlacht ist nun unnötig geworden. Hör auf, oh Janarddana. Komm nach Dwaraka zurück und beschütze die Stadt. Dies ist deine oberste Pflicht.

Nach diesen Worten wurde mir das Herz schwer, und ich wußte nicht, was ich tun sollte. In Gedanken tadelte ich Satyaki, Valadeva und den mächtigen Pradyumna ob des großen Unglücks. Ich hatte ihnen die Verantwortung über Dwaraka und Vasudeva übertragen, als ich ausging, Salwas Stadt zu zerstören. Mit kummervollem Herzen fragte ich mich selbst: Lebt dieser Feindebezwinger, der starkarmige Valadeva noch? Leben Satyaki, Pradyumna, der heldenmütige Charudeshna und all die anderen? Denn wenn diese leben, du Tiger unter den Männern, könnte nicht einmal der Träger des Donners Vasudeva vernichten. Und ich dachte: Es ist wohl klar, daß Vasudeva tot ist und auch all die anderen mit Valadeva an ihrer Spitze. Ja, dies war meine sichere Überzeugung, und sie überwältigte mich mit Trauer. In diesem Geisteszustand griff ich Salwa erneut an. Doch was sah ich plötzlich? Da fiel Vasudeva selbst vom Wagen mit den kostbaren Metallen! Oh Krieger, bei diesem Anblick schwanden mir die Sinne. Mein Herr und Vater erschien mir wie Yayati, der aus dem Himmel fiel, nachdem er all seinen Verdienst verloren hatte. Ich sah meinen Vater wie einen fallenden Stern mit schmutziger Kopfbedeckung, wirrem Haar und loser Kleidung. Mit dem Gesicht nach unten und ausgestreckten Armen fiel er und sah wie ein herabstürzender Vogel aus. Da entglitt der Bogen Sarnga meiner Hand, und mir sanken die Lebensgeister. Ich setzte mich neben meinem Wagen nieder und war wie tot. Sofort klagte meine ganze Armee „Weh! Oh! Ach!“ Die feindlichen Krieger nutzten die Gelegenheit und griffen uns mit ihren Streitäxten und Lanzen schrecklich an. Dies ließ mein Herz erbeben, und ich gewann sogleich meine Achtsamkeit zurück. Auch konnte ich in diesem mächtigen Kampf weder Salwas Wagen, noch Salwa selbst oder meinen alten Vater entdecken. So erkannte ich, daß dies alles Täuschung gewesen war und entließ meine Pfeile zu Tausenden.


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