Pushpak Mahabharata Buch 3Zurück WeiterNews

Kapitel 18 – Pradyumnas Rede an seinen Wagenlenker

Vasudeva sprach:
Oh König, als sie die Ohnmacht von Pradyumna bemerkten, wurden die Vrishni Krieger mutlos und traurig. Alles brach in Wehklagen aus, während die Feinde sich freuten. Der geübte Wagenlenker von Pradyumna wendete den Streitwagen, als sich Pradyumna nicht mehr bewegte und trug ihn mit seinen flinken Pferden außer Reichweite der furchtbaren Pfeile von Salwa. Doch der Wagen war noch nicht weit gekommen, als diesem besten Krieger die Sinne wiederkamen, er seinen Bogen ergriff und zum Wagenlenker sprach: „Oh Sohn eines Suta, was hast du getan? Warum verläßt du das Schlachtfeld? Dies ist nicht Kampfesbrauch bei den Vrishni Helden. Oh Sohn eines Suta, verwirrte dich der Anblick von Salwa in dieser heftigen Schlacht? Oder beschlich dich etwa die Furcht? Oh sag mir, was du dir dabei dachtest!“

Der Wagenlenker antwortete:
Oh Sohn von Janarddana, weder Verwirrung noch Angst haben von mir Besitz ergriffen. Doch ich meine, daß es schwierig für dich ist, Salwa zu besiegen. Daher habe ich mich langsam vom Feld zurückgezogen. Dieser Gegner ist stärker als du. Und es ziemt sich für einen Wagenlenker, den bewußtlosen Krieger auf dem Wagen zu beschützen, mag er auch noch so tapfer sein. Oh du, dem ein langes Leben gegeben ist, du solltest immer von mir beschützt werden, so wie du mich beschützen solltest. Deshalb habe ich den Wagen umgelenkt. Außerdem bist du allein, du mit den mächtigen Waffen, doch der Danavas gibt es viele. Ich sah, oh Sohn der Rukmini, daß du diesem Kampf nicht gewachsen warst, und deshalb fuhr ich davon.

Doch Pradyumna mit der Makara in seinem Banner sprach zu seinem Wagenlenker:
Wende den Wagen, und tu dies nie wieder, oh Sohn von Daruka. Wende dich niemals vom Kampf ab, solange ich am Leben bin, oh Sohn eines Suta. Wer vom Schlachtfeld flieht, ist kein Vrishni. Und auch nicht, wer einen bittenden Feind zu seinen Füßen tötet, oder Frau, Kinder, alte Menschen oder Krieger, die weder Wagen noch taugliche Waffen haben. Du bist im Geschlecht der Wagenlenker geboren und in dieser Aufgabe ausgebildet. Du bist mit den Gebräuchen der Vrishnis in der Schlacht vertraut. Darum kehre niemals wieder um, wie du es eben getan hast. Was würde der unbezähmbare Madhava zu mir sagen, wenn er erführe, daß ich mich vor lauter Verwirrung vorm Kampf gedrückt habe? Oder daß man mich im Rücken traf, weil ich floh? Was würde der ältere Bruder von Kesava dazu sagen, der starkarmige und vom Weine trunkene Valadeva mit dem blauen Gewand? Was würde Satyaka, dieser Tiger unter den Männern, zu mir sagen, wenn er hörte, ich hätte den Kampf verweigert? Oder der allseits siegreiche Samva, der unbezähmbare Charudeshna, Gada, Sarana und Akrura mit den starken Armen? Und was würden wohl die Damen der Vrishni Helden untereinander erzählen, die mich bisher als tapfer, wohlerzogen, ehrbar und männlich stolz betrachteten? Sie werden sagen: Oh, dieser Pradyumna ist ein Feigling, der sich von der großen Schlacht davonschleicht. Schande über ihn! Niemals werden sie mich loben. Denn einem solchen gebührt Schande und Spott, oh Suta, und Spott ist für mich und Menschen wie mich schlimmer als der Tod. Kehre dich also nie mehr von der Schlacht ab. Hari ging zum großen Opfer von Yudhishthira und übergab mir die Verantwortung. So kann ich nicht stillhalten. Oh Suta, als der mutige Kritavarman sich daranmachte, mit Salwa zu kämpfen, hielt ich ihn ab und sprach: Ich werde Salwa aufhalten! Bleib du hier! Und um mich zu ehren, hielt sich Kritavarman zurück. Wenn ich mich nun vom Schlachtfeld abkehre, was soll ich diesem mächtigen Krieger sagen? Und was soll ich diesem Unbezähmbaren mit den gewaltigen Waffen und den Lotusaugen sagen, dem Träger von Muschel, Diskus und Keule, wenn er wiederkommt? Satyaki und Valadeva, und alle Vrishni und Andhaka Krieger lobten mich immer. Wie soll ich ihnen begegnen? Oh Suta, ich könnte niemals mit Wunden von Pfeilen in meinen Rücken weiterleben, weil du mich forttrugst. So wende schnell den Wagen und tu dies nie wieder, auch nicht bei größter Gefahr. Für einen Feigling mit Wunden im Rücken ist das Leben nichts wert. Hast du mich denn jemals furchtsam fliehen sehen, oh Sohn eines Suta? Es frommt dir nicht, die Schlacht zu beenden, wenn ich noch nicht mit kämpfen aufgehört habe. So führe mich zurück zum Kampf!


Zurück Inhaltsverzeichnis Weiter