Pushpak Mahabharata Buch 13Zurück WeiterNews

Kapitel 156 - Pavana erzählt von Atri und Chyavana

Bhishma sprach:
Immer noch schwieg Kartavirya. Und der mächtige Gott des Windes fuhr fort:
Oh Erster des Haihayas, höre auch von den Errungenschaften des hochbeseelten Atri. Einst, als die Götter und Dämonen gegeneinander kämpften, wurde es dunkel, weil Rahu sowohl Surya als auch Soma (Sonne und Mond) mit seinen Pfeilen durchbohrt hatte. Die Götter wurden von dieser Dunkelheit überwältigt und begannen, unter den Schlägen der mächtigen Dämonen ihre Kraft zu verlieren und zu fallen, oh Erster der Könige. Da sahen sie den gelehrten Brahmanen Atri mit dem Reichtum der Entsagung, wie er seine asketischen Gelübde beachtete. Und sie sprachen zu dem Rishi, der alle seine Sinne überwunden und den Zorn in seinem Inneren ausgelöscht hatte:
Schau, oh Rishi, diese beiden, Soma und Surya, die von den Dämonen mit Pfeilen durchbohrt wurden. Nun hat uns die Dunkelheit eingeholt, und wir werden vom Feind geschlagen. Wir sehen keine Lösung für unser Problem. Oh Herr der großen Kraft, bitte rette uns aus dieser großen Angst!

Darauf fragte der Rishi:
Wie soll ich euch beschützen?

Und sie antworteten:
Werde selbst zu Mond und Sonne und beginne, diese Räuber zu vernichten!

So gebeten von den Göttern, nahm Atri die Form des Dunkelheit zerstörenden Soma an. Wahrlich, aufgrund seiner freundlichen Gesinnung, begann er, ebenso schön und entzückend wie der Mond selbst zu erscheinen. Und wie Atri sah, daß neben Soma auch Surya dunkel geworden war, begann er kraft seiner Entsagung an dessen Stelle voller Herrlichkeit das Kampffeld zu erleuchten. Wahrlich, Atri ließ das ganze Weltall im Licht erglänzen und zerstreute alle Dunkelheit. Und indem er seine Kraft zeigte, schlug er die große Menge der Götterfeinde. Denn als die Götter sahen, wie die Dämonen von Atri verbrannt wurden, begannen sie geschützt durch seine Energie, das Heer schnell zu vernichten. Auf diese Weise zeigte Atri seine Kraft und Macht, und indem er die Dunkelheit erhellte, rettete er die Götter und schlug mit seinem Licht die Dämonen. Eine solche Leistung vollbrachte dieser Brahmane durch sein heiliges Feuer, dieser stille Mantramurmler, der in Hirschfelle gekleidet war. Schau, oh königlicher Weiser, diese mächtige Tat von diesem Rishi, der nur von Früchten lebte! Damit habe ich dir ausführlich von der Macht des hochbeseelten Atri erzählt. Soll ich weiterreden? Oder willst du irgendetwas erwidern? Gibt es einen Kshatriya der höher als dieser zweifachgeborene Rishi wäre?

Auch diesmal blieb Kartavirya still. Und der Gott des Windes fuhr fort:
Höre, oh König, auch von der Leistung des hochbeseelten Chyavana. Nachdem er den Aswin Zwillingen sein Versprechen gegeben hatte, sprach Chyavana zu Indra:
Laß auch die Aswins vom Soma (aus den Opfern) mit allen anderen Göttern trinken!

Aber Indra antwortete:
Die Aswins sind keine Götter wie wir. Wie könnten sie in den Opferkreis eingelassen werden, um mit den anderen den Soma zu trinken? Sie werden nicht zu den Göttern gezählt. Sprich deshalb nicht so zu uns! Oh Gelübdetreuer, wir möchten den Soma nicht in Gesellschaft der Aswins trinken. Sag, was wir sonst für dich tun können. Oh erfahrener Brahmanen, wir sind bereit, es zu vollbringen.

Doch Chyavana sprach:
Die Aswin Zwillinge sollen den Soma mit euch allen trinken! Auch sie gehören zu den Göttern, oh Führer der Götter, weil sie die Söhne von Surya sind. Mögen die Götter tun, was ich gesagt habe. Wenn sie nach meinen Worten handeln, werden die Götter großen Nutzen ernten. Anderseits wird sie ein großes Übel einholen.

Aber Indra antwortete:
Oh Erster der Zweifachgeborenen, ich werde den Soma nicht mit den Aswins trinken! Mögen es andere tun, wenn es ihnen beliebt. Ich wage es nicht.

Doch Chyavana sprach:
Oh Vernichter von Vala, wenn du meinen Worten nicht freiwillig folgst, sollst du noch heute von mir gezwungen werden, mit ihnen den Soma im Opfer trinken!

Der Gott des Windes fuhr fort:
Daraufhin begann Chyavana zum Wohle der Aswins einen großen Ritus, um mit seinen Mantras all die Götter zu überwältigen. Angesichts dieser mächtigen Tat von Chyavana, wurde Indra zornig. Er ergriff seinen Donnerkeil und einen riesigen Berg und stürmte gegen den Rishi. Doch der berühmte Chyavana mit der Kraft der Entsagung warf nur einen kurzen, zornigen Blick auf den heranstürmenden Indra, und mit ein paar Wassertropfen lähmte er den Führer der Götter mit Donnerkeil und Berg. Und als Ergebnis seines Ritus, den er begonnen hatte, erschuf er einen schrecklichen Dämon als Feind gegen Indra. Dieser Asura, der aus dem Trankopfer in das heilige Feuer entstanden war, wurde Mada genannt, und sein Rachen gähnte riesig. Wahrlich, solcherart war der Dämon, den der große Asket mithilfe der Mantras erschuf. Er hatte tausend Zähne, die über hundert Yojanas groß waren. Seine Eckzähne waren doppelt so lang und sein Gesicht äußerst schrecklich. Seine Unterlippe berührte die Erde und die Oberlippe den Himmel. Wahrlich, all die Götter mit Indra schienen bereits auf seiner Zunge zu stehen, wie die Fische im weit geöffneten Maul eines Leviathans (ein mystisches Seeungeheuer). Und als sie im Rachen von Mada standen, berieten sich die Götter schnell und sprachen zu Indra:
Verneige unverzüglich dein Haupt voller Verehrung vor dem Brahmanen! Ohne jeden Hochmut sollten wir den Soma mit den Aswins zusammen trinken.

Und Indra folgte ihrem Rat und verneigte sich vor Chyavana. Auf diese Weise machte Chyavana die Aswins zu Soma-Trinkern mit den anderen Göttern. Dann rief er Mada zurück und befahl ihm, was er künftig zu tun hat. Er nahm daraufhin seinen Wohnsitz in den Würfeln, in der Jagd, im Trinken und in der sexuellen Leidenschaft. Aus diesem Grund, oh König, trifft jeder Mensch sicher auf seinen Untergang, der diese Wege geht. Deshalb sollte man solche Laster weit von sich halten. Damit habe ich dir, oh König, über die mächtige Leistung von Chyavana erzählt. Soll ich weitersprechen? Oder willst du etwas erwidern? Gibt es wirklich einen Kshatriya, der höher als der Brahmane Chyavana wäre?


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